https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/mit-417-km-h-ueber-die-a2-ermittlungen-gegen-milliardaer-17748601.html

Ermittlungen gegen Raser : Mit 417 km/h über die A2

Gefilmt: Screenshot des Videos, das Radim P. veröffentlicht hat Bild: Youtube

Ein tschechischer Milliardär hat Videos von seiner Raserei auf einer deutschen Autobahn veröffentlicht. Für die Polizei war dies zunächst kein Anlass für Ermittlungen – nun wird der Fall nach entsprechender Kritik doch noch geprüft.

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          Die Polizei ermittelt nun doch gegen den tschechischen Immobilienunternehmer Radim P., der seinen 1500 PS starken Bugatti Chiron mit einer Geschwindigkeit von bis zu 417 Kilometern in der Stunde auf der A2 von Berlin in Richtung Hannover bewegt hat. Das Video seiner Fahrt, das Radim P. später ins Internet stellte, ist inzwischen mehrere Millionen Mal geklickt worden.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Die Aufnahme zeigt, wie Radim P. den Sportwagen auf der dreispurig ausgebauten A2 im Bereich der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt stark beschleunigt. Ungefähr eine Minute lang fährt Radim P. dann auf dem flachen und relativ geraden Abschnitt bis zur Ausfahrt Theeßen mit einer Geschwindigkeit um die 400 Kilometer in der Stunde. In dieser Zeit überholt Radim P. auch einige Fahrzeuge auf dem Streckenabschnitt, der zu diesem Zeitpunkt recht leer ist. Anschließend jubelt P. und sein Beifahrer während der Fahrt in eine weitere Kamera an Bord des Sportwagens.

          Die Magdeburger Polizei hatte zunächst keinen Anlass für Ermittlungen erkannt, da auf diesem Abschnitt der A2 keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung besteht und der Wagen eine Zulassung hat. Nach weiteren Prüfungen über das Wochenende nahm die Polizei am Montag dann aber doch Ermittlungen wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens auf. Die Staatsanwaltschaft soll den Sachverhalt nun juristisch genauer prüfen.

          Zuvor hatte unter anderem der ADAC das Verhalten des Bugatti-Fahrers als verantwortungslos bezeichnet. Auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) äußerte sich kritisch; jedes Verhalten im Straßenverkehr, das zu einer Gefährdung von Verkehrsteilnehmern führt, sei abzulehnen. In Sachsen-Anhalt erhoben die Linkspartei sowie die Grünen Forderungen nach einem generellen Tempolimit auf Autobahnen. „Deutschland macht sich durch seine lasche Gesetzgebung zum Eldorado der Raser. Das ist unverantwortlich und in höchstem Maße sicherheitsgefährdend“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Cornelia Lüddemann.

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