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Missbrauchsvorwürfe : Michael Jacksons Unternehmen müssen keine Entschädigung zahlen

  • Aktualisiert am

Michael Jackson wurde in der Vergangenheit mehrmals Kindesmissbrauch vorgeworfen. (Archivbild) Bild: dpa

Ein Gericht in Los Angeles hat am Montag die Klage von Wade Robson abgewiesen. Er hatte den Unternehmen MJJ Productions und MJJ Ventures vorgeworfen, mutmaßliche sexuelle Übergriffe des Sängers gedeckt zu haben.

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          Die Verwalter von Michael Jacksons Nachlass müssen auch weiterhin nicht für mutmaßliche sexuelle Übergriffe des „King of Pop“ aufkommen. Ein Gericht in Los Angeles wies am Montag die Klage des australischen Tänzers und Choreographen Wade Robson ab, der seit mehr als acht Jahren versucht, Jacksons Unternehmen MJJ Productions und MJJ Ventures finanziell zur Rechenschaft zu ziehen.

          Jackson, der Ende Juni 2009 nach einer Überdosis des Narkosemittels Propofol in einer Mietvilla im Viertel Holmby Hills in Los Angeles starb, soll Robson als Kind jahrelang missbraucht haben. In der Dokumentation „Leaving Neverland“ berichtete der britische Filmemacher Dan Reed 2019 über Grabschereien, Masturbation und Oralsex mit Robson und einem zweiten Jungen, James Safechuck. „Michael Jackson war einer der großzügigsten, liebevollsten Menschen, die ich kannte. Er hat mir bei meiner Karriere und Kreativität unglaublich geholfen. Er hat mich aber auch sieben Jahre lang sexuell missbraucht“, sagte der inzwischen 38 Jahre alte Robson damals in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“.

          In seiner Klage aus dem Jahr 2013 warf Robson den Unternehmen des verstorbenen Sängers („Thriller“) vor, die mutmaßlichen Übergriffe gedeckt zu haben. Wie das Gericht jetzt in der Urteilsbegründung schrieb, verfügten MJJ Productions und MJJ Ventures aber nicht über die „juristische Fähigkeit, Jackson zu kontrollieren“. Zudem habe Robson versäumt, den Beklagten ein Fehlverhalten nachzuweisen.

          Der Tänzer, der Jackson als Fünfjähriger bei einem Casting in Australien traf und später mit seinen Eltern nach Kalifornien zog, hatte schon 2017 mit eine Niederlage vor Gericht erlitten. Damals wiesen die Richter Robsons Klage ab, da sie verjährt war. Als der Bundesstaat Kalifornien im vergangenen Jahr die Verjährungsfrist für Sexualstraftaten gegen Kinder vorübergehend aussetzte, hatte er einen weiteren Versuch unternommen. Robsons Anwalt Vince Finaldi, der auch Jacksons mutmaßliches Opfer Safechuck vertritt, kündigte am Montag die nächste Runde des Rechtsstreits an. „Wir ziehen vor das Berufungsgericht und zur Not auch vor den Obersten Gerichtshof von Kalifornien“, teilte der Jurist mit.

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