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Lehrer erkannten das Kind : Missbrauchstäter per Schulfahndung identifiziert

  • -Aktualisiert am

In einem Fall war die Schulfahndung bereits ein Erfolg. (Symbolbild) Bild: dpa

Um ein missbrauchtes Mädchen und ihren Peiniger ausfindig zu machen, zeigten die Ermittler Lehrern Fotos aus dem Internet. Schon wenige Stunden nach Fahndungsbeginn erhielten die Ermittler den entscheidenden Hinweis.

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          Über die sogenannte Schulfahndung haben die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt einen Mann aus Unna in Nordrhein-Westfalen identifizieren können, der seine kleine Nichte sexuell missbraucht und Bilder über das Internet verbreitet haben soll. Den entscheidenden Hinweis bekamen die Ermittler nur wenige Stunden, nachdem in dem Fall die Fahndung begonnen hatte. Wie jeweils meist im Frühjahr und im Spätsommer werden Bilder, auf denen die Gesichter von Missbrauchsopfern gut zu erkennen sind, an Schulen im ganzen Bundesgebiet oder in einzelnen Ländern geschickt. Das geschieht in Etappen, am Dienstag wurden die Bilder den Schulen in Nordrhein-Westfalen über den landeseigenen Server geschützt zugespielt.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Zwei Lehrer einer Grundschule in Unna erkannten das Kind, wenig später konnte der mutmaßliche Täter, der 45 Jahre alte Onkel des Mädchens, identifiziert und festgenommen werden, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Tatverdächtige in den Jahren 2016 bis 2018 das damals sechs beziehungsweise sieben Jahre alte Mädchen mehrfach missbraucht. Aufnahmen der Taten stellte er ins Darknet.

          Der Erfolg verdeutliche abermals, wie wichtig das zielgruppenorientierte Instrument Schulfahndung sei, betonte die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft. Erst vor wenigen Tagen hatte Sven Schneider vom Cybercrime-Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, die Schulfahndung sei in der Hälfte der Fälle erfolgreich. Allerdings meldeten sich immer noch nicht alle angeschriebenen Schulen zurück. „Die Rückmeldequote ist befriedigend, aber von 100 Prozent leider noch weit entfernt“, kritisierte Schneider.

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