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Fotografieren unter den Rock : Minister fordert eigenen Straftatbestand für „Upskirting“

  • Aktualisiert am

In Großbritannien hat eine ähnliche Petition gegen Upskirting zum Erfolg geführt. (Symbolbild) Bild: dpa

Nach einer öffentlichkeitswirksamen Petition will der Justizminister von Baden-Württemberg die Forderung nach einem Straftatbestand für „Upskirting“ unterstützen. Noch ist das Fotografieren unter den Rock nämlich nicht strafbar.

          Wer Frauen heimlich unter Röcke fotografiert, soll nach dem Willen von Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) einfacher bestraft werden können. Er unterstütze Forderungen, einen entsprechenden Straftatbestand zu schaffen, sagte Wolf am Donnerstag in Stuttgart. Die Polizei habe dann eine bessere Handhabe gegen die Täter, sie könne zum Beispiel Personalien aufnehmen, Platzverweise erteilen und gegebenenfalls Fotoapparat oder Handy beschlagnahmen. Wolf will das Thema bei der Konferenz der Justizminister des Bundes und der Länder Anfang Juni ansprechen.

          „Das sogenannte Upskirting ist ein abstoßender und verletzender Eingriff in die Intimsphäre der betroffenen Frauen und Mädchen“, sagte Wolf. „Gerade in einer Zeit, in der – gerade auch bei größeren Menschenansammlungen – immer wieder über sexuelle Übergriffe auf Frauen berichtet wird, sorgt das für zusätzliche Unsicherheit.“

          Wolf lobte eine Petition, die sich für einen eigenen Straftatbestand einsetzt. „Ein großer Verdienst der Petition ist, dass sie die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert.“ Zwei junge Frauen sammeln im Internet unter dem Titel „Verbietet #Upskirting in Deutschland!“ Unterschriften. Sie verweisen auf England und Wales, wo das Upskirting mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet werden kann. „Wir müssen dafür kämpfen, dass das auch in Deutschland passiert“, schreiben die beiden Frauen zu ihrer Petition.

          Nach Auskunft des Justizministeriums sind heimliche Aufnahmen unter den Rock in Deutschland bislang in der Regel nicht strafbar – es sei denn, das Opfer hält sich in einer Wohnung auf und die Aufnahmen verletzen den höchstpersönlichen Lebensbereich. Dann drohen nach dem Strafgesetzbuch (Paragraf 201a) bis zu zwei Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

          Auf Anfrage der F.A.Z. warnt die Anne-Katrin Wolf, Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Strafrecht, die in der Strafrechtskommission des Deutschen Juristinnenbunds sitzt, jedoch vor Eile: Vor einer möglichen Gesetzesänderung müsse genau überlegt werden, wie ein solcher wie ein Paragraph aussehen muss, damit er sinnvoll sowie praktisch anwendbar ist. Inhaltlich sollte er sich nicht nur explizit auf Upskirting beziehen, sondern das Problem von Übergriffen im öffentlichen Raum und digitaler Gewalt gegen Frauen grundsätzlich thematisieren.

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