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Prozess in Los Angeles : Millionär Durst weist Mordvorwurf zurück

  • -Aktualisiert am

Robert Durst im Rollstuhl vor Gericht mit seinem Anwalt (links) Bild: Reuters

Drei Todesfälle, ein exzentrischer Millionär unter Tatverdacht, viele offene Fragen: Robert Durst steht nun in Kalifornien vor Gericht.

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          Bei seinem ersten Gerichtstermin in Kalifornien gab sich Robert Durst ungewohnt zurückhaltend. „Ich bin nicht schuldig. Ich habe Susan Berman nicht getötet“, ließ der 73Jahre alte Immobilienerbe in Los Angeles wissen, wo er nach einer Mordanklage seit Montag vor Gericht steht. Durst soll an Heiligabend 2000 seine Studienfreundin Susan Berman mit einem Kopfschuss in ihrem Haus am Benedict Canyon ermordet haben.

          Angeblich lagen der Journalistin Beweise vor, die ihn mit dem Verschwinden seiner Ehefrau Kathleen 1982 in Verbindung brachten. Damals hatten schon Behörden an der Ostküste gegen Durst ermittelt. Da „Kathie“ verschwunden blieb und ihrem Ehemann kein Verbrechen nachgewiesen werden konnte, stellte die Polizei ihre Untersuchungen aber ein.

          Das neuerliche Interesse der Staatsanwaltschaft verdankt Durst einer unbedachten Äußerung vor eineinhalb Jahren. Als er bei den Dreharbeiten zur Dokumentation „The Jinx“ („Der Unglücksbringer“), welche die Verbrechen in Dursts Umfeld recherchierte, zur Toilette ging, bezichtigte er sich selbst. „Was zum Teufel ich getan habe? Sie alle umgebracht natürlich“, flüsterte er damals, während das Mikrofon unbemerkt weiterlief.

          Er stand schon mal wegen Mordes vor Gericht

          Der Sohn des Immobilienmilliardärs Seymour Durst war nicht nur in Zusammenhang mit diesen Todesfällen aufgefallen. In Texas, wo er einige Jahre als Frau verkleidet lebte, stand er 2001 wegen des Mordes an einem Nachbarn vor Gericht. Trotz der Schilderungen, wie er „im Blut schwamm“, als er den Leichnam des Seemanns zerstückelte, konnte Durst die Jury damals überzeugen, seinen Nachbarn bei einem Streit in Notwehr getötet zu haben.

          Anwalt Dick DeGuerin sagte am Montag, sein Mandant sei erleichtert, auch in der Causa Berman endlich seine Unschuld beweisen zu können. Durst, der im Rollstuhl erschien, war im März 2015 in Louisiana verhaftet worden. Wegen illegalen Waffenbesitzes verurteilte ihn ein Bundesgericht inzwischen zu sieben Jahren Haft. Bei einem Schuldspruch wegen des Mordes an Berman droht Durst zudem eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die Staatsanwalt will darauf verzichten, die Todesstrafe zu fordern. Der Prozess wird voraussichtlich im Februar fortgesetzt.

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