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Tulum in Mexiko : Soldaten patrouillieren in Badeort nach Tod von Touristinnen

  • Aktualisiert am

Soldaten stehen vor der Bar in Tulum, wo zwei Touristinnen erschossen wurden. Bild: Paola Chiomante/Reuters

Eine Deutsche war unter den Opfern, als Drogenbanden sich in einer Touristenbar einen Schusswechsel lieferten. Nun rät das Auswärtige Amt, im Raum Tulum die Hotels nicht zu verlassen. Ex-Kartellchef „El Chapo“ wehrt sich derweil gegen sein Urteil.

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          Nach dem Tod einer deutschen und indischen Touristin im Urlaubsort Tulum will die mexikanische Regierung mehr Soldaten in die Region schicken. Die beiden Frauen waren bei einem Schusswechsel zwischen verfeindeten Drogenbanden in der Bar „La Malquerida“ ums Leben gekommen, drei weitere Menschen wurden verletzt. „Die Präsenz der Nationalgarde an der gesamten Riviera Maya soll verstärkt werden“, sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Montag (Ortszeit). Eine Zahl, wie viele Soldaten abkommandiert werden, nannte er nicht.

          „Was in Tulum geschehen ist, ist sehr bedauerlich“, sagte López Obrador weiter. Die mutmaßlichen Täter seien bereits identifiziert worden. „Ich hoffe, dass sie bald verhaftet werden.“ Die Bluttat werde nicht ungestraft bleiben.

          Festnahme nach Schüssen

          Ein verletzter Täter wurde schon nach der Schießerei in einem Krankenhaus ausfindig gemacht und festgenommen. Ihm werden Totschlag, versuchter Totschlag und Körperverletzung vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Quintana Roo am Montag mitteilte.

          Tulum, südlich von Cancún, ist ein beliebtes Urlaubsziel an der Karibikküste. Schöne Strände, archäologische Stätten und Partys locken Touristen aus der ganzen Welt an. Allerdings kommt es immer wieder zu Gewalttaten in Verbindung mit dem Drogenhandel. Zudem sind in der Region verschiedene Kartelle in Schutzgelderpressung verwickelt.

          Das Auswärtige Amt mahnte Mexiko-Urlaubern im Raum Tulum und Playa del Carmen zu Vorsicht. Reisenden werde dringend abgeraten, ihre gesicherten Hotelanlagen zu verlassen, hieß es in den aktuellen Reise- und Sicherheitshinweisen für Mexiko.

          „El Chapo“ will sein Urteil anfechten

          Der in den USA inhaftierte frühere mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán geht gegen sein Urteil vor. Der Anlass ist angebliches Fehlverhalten der Jury während seines Prozesses. Ein Anwalt argumentierte am Montag vor einem Gericht in New York, Jurymitglieder hätten während des Verfahrens entgegen der Anweisungen der Richter und ihrer eigenen Aussagen Medienberichte über Guzmán gelesen, wie die Zeitung New York Daily News berichtete. Bei diesen Berichten sei es um Vorwürfe gegen „El Chapo“ wegen sexuellen Missbrauchs gegangen, die nicht Gegenstand des Prozesses gewesen seien und die Juroren möglicherweise beeinflusst hätten.

          „El Chapo“, 25 Jahre lang Anführer des mächtigen Sinaloa-Kartells in Mexiko, sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis im US-Bundesstaat Colorado. Eine Jury hatte den heute 64 Jahre alten Guzmán in einem der größten Drogenprozesse der amerikanischen Geschichte in allen zehn Anklagepunkten für schuldig befunden – darunter Beteiligung an einer Verbrecherorganisation, Herstellung und internationale Verbreitung von Kokain und Heroin sowie Geldwäsche und Schusswaffengebrauch. Ein Gericht in New York verurteilte ihn im Juli 2019 zu lebenslanger Haft plus 30 Jahre.

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