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Mexikanischer Drogenboss : „El Chapo“ plädiert auf nicht schuldig

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Ihm droht eine lebenslange Haft: Joaquín „El Chapo“ Bild: AP

Er war lange Zeit der meistgesuchte Drogenboss der Welt: Joaquín „El Chapo“ werden Waffenbesitz, Geldwäsche und Mord vorgeworfen. Der Mexikaner plädiert nach seiner Auslieferung an Amerika allerdings auf nicht schuldig.

          Der an die Vereinigte Staaten ausgelieferte Drogenboss Joaquín Guzmán alias „El Chapo“ hat bei einer ersten gerichtlichen Anhörung auf nicht schuldig plädiert. Der 59 Jahre alte Mexikaner erschien am Freitag in einem voll besetzten Saal eines Bundesgerichts im New Yorker Stadtteil Brooklyn und beantwortete mit leiser Stimme die Fragen des Richters James Orenstein. Dieser setzte die nächste Anhörung auf den 3. Februar fest.

          Zuvor hatte der Richter dem Drogenboss 17 Anklagepunkte vorgetragen, darunter Drogengeschäfte in den Jahren 1989 bis 2014 und Waffenbesitz. Guzmán war am Donnerstag von Mexiko an Amerika ausgeliefert worden. Die Behörden in den Bundesstaaten Kalifornien und Texas wollen „El Chapo“ wegen zahlreicher Delikte vor Gericht stellen.

          Mexiko lehnte Auslieferung lange an

          Unklar ist, wie lange es dauert, bis ein Prozess beginnen könnte. Orenstein bezeichnete den Fall als komplex. Voraussichtlich würde ein Prozess mehrere Wochen dauern, weil zahlreiche Zeugen angehört werden müssten. Wird „El Chapo“ schuldig gesprochen, dürfte er den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.

          „El Chapo“ hatte zuletzt in einem Gefängnis in Ciudad Juárez an der Grenze zu den Vereinigten Staaten eingesessen. Er war nach einem Gefängnisausbruch und 13 Jahren auf der Flucht im Februar 2014 gefasst und ins Hochsicherheitsgefängnis Altiplano nahe Mexiko-Stadt gesperrt worden – doch von dort floh er im Juli 2015 in einer filmreifen Aktion durch einen Tunnel. Im Januar vergangenen Jahres wurde er in seinem Heimat-Bundesstaat Sinaloa abermals verhaftet.

          Mexiko hatte sich lange gegen die Auslieferung des Drogenbosses an das Nachbarland gewehrt. Staatschef Enrique Peña Nieto hatte stets erklärt, dass „El Chapo“ von einem mexikanischen Gericht verurteilt werden solle. Die erneute Flucht des Drogenbosses 2015, für die dieser auch Helfer in den Reihen der Sicherheitskräfte gehabt haben muss, führte aber anscheinend zu einem Sinneswandel.

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