https://www.faz.net/-gum-ad4tu

Zivilcourage in Würzburg : „Ein ganz beeindruckendes Engagement“

  • Aktualisiert am

Polizisten in der Würzburger Innenstadt am Tag nach dem Messerangriff Bild: dpa

Drei Menschen sind tot, mindestens fünf weitere schwer verletzt. Die Polizei ermittelt, warum es zu dem Messerangriff in Würzburg kam. Viel Lob gibt es für die couragierten Bürger, die versuchten, den Täter in Schach zu halten.

          4 Min.

          Nach der Messerattacke mit drei Toten in Würzburg hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für Bayern Trauerbeflaggung angekündigt. „Die Ereignisse sind unfassbar und schockierend“, sagte er am Samstag in Nürnberg. Die Tat bezeichnete Söder als Amoklauf. Bayern trauere um die Opfer. „Wir bangen, beten und hoffen mit den Verletzten und den Angehörigen.“ Besonders dankte Söder jenen Bürgern, die am Freitag in der Würzburger Innenstadt versucht hätten, den Täter zu stellen und in Schach zu halten: „Das war ein ganz beeindruckendes Engagement.“

          Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich betroffen über den Angriff. „Die entsetzliche Gewalttat, die in Würzburg drei Menschen in den Tod gerissen und viele weitere verletzt hat, erschüttert uns“, sagte Steinmeier am Samstag in Berlin. Der Täter habe äußerst brutal gehandelt. Dafür werde er durch den Rechtsstaat zur Verantwortung gezogen.

          „Unfassbar brutale Tat“

          Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer dankte den Passanten für ihr Engagement. „Nach allem, was wir wissen, ist es dem couragierten Eingreifen mutiger Männer und Frauen in Würzburg und dem entschlossenen Handeln der Polizei zu verdanken, dass noch Schlimmeres verhindert wurde. Dieser selbstlose Einsatz mutiger Menschen unter Einsatz ihres eigenen Lebens verdient höchste Anerkennung“, sagte Seehofer der Zeitung Bild am Sonntag. Er sei „von dieser unfassbar brutalen Tat tief erschüttert“.

          Offenbar wahllos hatte ein Mann am späten Freitagnachmittag in Würzburg Menschen angegriffen. Er tötete drei Menschen und verletzte mindestens fünf weitere schwer. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, befinden sich insgesamt fünf Schwerverletzte weiter in verschiedenen Krankenhäusern in ärztlicher Behandlung. Der Zustand von zwei dieser Verletzten sei „weiterhin lebensbedrohlich“. Zwei weitere Leichtverletzte hätten das Krankenhaus zwischenzeitlich wieder verlassen können.

          Kurz nach der Tat fasste die Polizei den mutmaßlichen Täter, einen 24 Jahre alten Somalier. Der Angreifer ist nach bisherigen Erkenntnissen womöglich psychisch krank. Aber auch ein islamistisches Motiv für die Tat wird geprüft. In der Nacht zu Samstag war die Polizei eigenen Angaben zufolge mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um die Hintergründe und den Ablauf der Tat zu ermitteln. Gekannt haben sollen sich Täter und Opfer nicht. Den aktuellen Stand der Ermittlungen geben der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und die Behörden in einer Pressekonferenz wider.

          Polizei stoppt Täter mit gezieltem Schuss

          Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter mit einem gezielten Schuss gestoppt, nachdem Passanten ihnen den Weg gezeigt hatten. Der 24-Jährige, der seit 2015 in Würzburg lebt und nach Informationen der dpa subsidiären Schutz hatte, kam mit einem Oberschenkeldurchschuss in ein Krankenhaus. Dort machte er laut Polizei auch kurze Angaben. Was er sagte, war zunächst unklar. Unter den Verletzten soll auch ein kleiner Junge sein, sein Vater soll tot sein. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte laut der Main Post, die meisten Opfer seien Frauen gewesen, der Täter habe sie wohl wahllos angegriffen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Michael Kaufmann (AfD) im März 2020

          Neuer Bundestag : Diesen Kandidaten schickt die AfD ins Rennen

          In der vergangenen Legislaturperiode sind sechs Kandidaten der AfD bei der Wahl für das Amt eines Vizepräsidenten des Bundestages durchgefallen. Jetzt kandidiert Michael Kaufmann. Hat er eine Chance?
          Zum ersten Mal Mitglied des Bundestages: Armin Laschet

          F.A.Z. Frühdenker : Die neuen Abgeordneten gehen an die Arbeit

          Rund vier Wochen nach der Wahl tagt der Bundestag zum ersten Mal in neuer Zusammensetzung. Zudem wirft der große Klimagipfel erste Schatten. In Japan erfüllt sich ein langgehegter Wunsch. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.