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Mailand : Ein Toter nach Messerangriff in Einkaufszentrum

Der Rettungsdienst kümmert sich um die Verletzten in einem Supermarkt in einem Mailänder Vorort. Bild: AP

In einem Einkaufszentrum in einem Mailänder Vorort hat ein Mann auf Passanten eingestochen. Ein Mensch starb. Weitere Personen sind schwer verletzt. Auch ein Profifußballer ist unter den Opfern.

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          Beim Messerangriff eines offenbar psychisch kranken Manns in einem Einkaufszentrum südlich von Mailand wurde am Donnerstagabend ein Angestellter eines Supermarkts getötet, weitere fünf Personen wurden teils schwer verletzt. Die Attacken des 46 Jahre alten Täters erfolgten, nachdem dieser ein Küchenmesser aus einem Regal des Supermarkts „Carrefour“ an sich genommen hatte. Damit stach er willkürlich auf Angestellte und Einkäufer ein. Ein 30 Jahre alter Kassierer erlitt schwerste Verletzungen in Brust und Bauch, denen er während des Transports ins Krankenhaus nach Rozzano erlag.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Bei den Verletzten handelt es sich um vier Männer zwischen 28 und 40 Jahren sowie um einen Mann im Alter von 80 Jahren; zudem wurden zwei ältere Frauen leicht verletzt. Der Messerstecher wurde von Angestellten und Einkäufern festgehalten, ehe er von den Carabinieri in Gewahrsam genommen wurde. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen des Vorwurfs des Totschlags und des versuchten Totschlags sowie wegen schwerer Körperverletzung erlassen.

          Nach Medienberichten befand sich der nicht vorbestrafte Mann wegen einer schweren Depression seit etwa einem Jahr in ärztlicher Behandlung. Ein terroristischer Hintergrund der Bluttat wurde zunächst ausgeschlossen. Attilio Fontana, Präsident der norditalienischen Region Lombardei, sprach von einem „bitteren Abend“ für die Metropole Mailand.

          Zu den Schwerverletzten gehört auch der 29 Jahre alte spanische Fußballprofi Pablo Marí, der im Sommer auf Leihbasis vom FC Arsenal zum italienischen Erstligaaufsteiger AC Monza gewechselt war. Marí berichtete, er sei unvermittelt von dem Messerstecher in den Rücken getroffen worden, während er den Einkaufswagen schob, in dem sein kleiner Sohn saß, während seine Frau neben ihm ging. Er habe Glück gehabt, denn er habe mit­ ansehen müssen, wie der Messerstecher kurz darauf den Kassierer tödlich verletzt habe. Marí wurde am Freitag weiter in einem Krankenhaus in Mailand behandelt.

          Da der tiefe Messerstich in seinem Rücken keine Organe verletzte, bestand keine Lebensgefahr für ihn. Adriano Galliani, Geschäftsführer des Fußballklubs, schrieb auf Twitter: „Lieber Pablo, wir alle sind dir und deiner Familie nahe. Du bist ein Kämpfer und wirst bald wieder gesund sein.“

          Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist seit 2018 Eigen­tümer des Traditionsvereins, dem zur aktuellen Spielzeit erstmals der Aufstieg in die oberste Spielklasse Serie A gelungen war. Auch Berlusconi, der fast jedes Heimspiel seines neuen Klubs verfolgt, sandte Marí Genesungswünsche.

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