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Prozess in Nürnberg : Messerangreifer entschuldigt sich bei seinen Opfern

Seit Donnerstag muss sich ein wegen versuchten Mordes angeklagter Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Bild: dpa

Im Dezember vergangenen Jahres stach ein Mann auf drei Frauen ein und verletzte sie dabei schwer. Seit Donnerstag muss sich der Täter vor Gericht verantworten – und entschuldigte sich zu Prozessbeginn bei seinen Opfern.

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          Der Mann, der im Dezember 2018 in Nürnberg wahllos auf drei Frauen eingestochen haben soll, muss sich seit Donnerstag vor dem Landgericht Nürnberg wegen versuchten Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt dem 39 Jahre alten Mann laut Anklage zur Last, am 13. Dezember die Frauen wahllos auf der Straße mit einem zuvor gestohlenen Messer angegriffen zu haben.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Mann, der über keinen festen Wohnsitz verfügt, hatte demnach an dem Tag schon ein anderes Messer und eine Flasche Schnaps gestohlen. Er wurde deswegen vorübergehend festgenommen. Nachdem ihn die Polizei wieder entlassen hatte, stahl er laut Anklage abermals ein Messer mit einer Klinge von 13 Zentimetern Länge. Mit dem Messer sei er dann in den Stadtteil St. Johannis gegangen, schon mit der Absicht, vor allem Frauen zu töten.

          Zunächst traf er demzufolge gegen 19.20 Uhr auf eine Frau, der er unvermittelt mit dem Messer in den Bauch stach. Er floh und griff laut Anklage gegen 22.40 Uhr eine weitere Frau an: Ihr habe er von hinten in den Rücken gestochen. Kurz darauf, gegen 22.45 Uhr, habe er dann einer dritten Frau, die ihm entgegengekommen sei, mit dem Messer in den Bauch gestochen. Bei allen drei Frauen waren nach den Angaben die Verletzungen so stark, dass sie vermutlich nur durch ärztliche Hilfe überleben konnten. Die Opfer konnten nicht mit den Angriffen rechnen, sie waren arg- und wehrlos.

          Der Angeklagte, der laut Polizei zuvor schon mit Delikten wie Raub, Brandstiftung und Diebstahl in Erscheinung getreten ist, hat demnach versucht, die Frauen heimtückisch zu töten, was die Staatsanwaltschaft als versuchten Mord wertet.

          Zu Prozessbeginn am Donnerstag entschuldigte sich der Angeklagte bei seinen Opfern. Die Angriffe hatten den Stadtteil damals in einen Ausnahmezustand versetzt: Ein Hubschrauber kreiste über dem Gebiet, Polizisten befragten Anwohner und kontrollierten Gaststätten und Spielhallen. Am Morgen nach der Tat wurde der Mann von einer Polizeistreife festgenommen, da die Täterbeschreibung auf ihn passte.

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