https://www.faz.net/-gum-978lq

Australien : Kreuzfahrt wegen Massenschlägerei unterbrochen

  • Aktualisiert am

Ein Kreuzfahrtschiff der Linie Carnival Cruise, hier am Hafen von Havanna. Bild: Reuters

Auf einem Kreuzfahrtschiff im Südpazifik entbrennt eine wüste Prügelei, ausgelöst von einer italienischen Großfamilie. Das Schiff muss einen Notstopp einlegen. Augenzeugen berichten von Chaos, Panik und ausufernder Gewalt.

          1 Min.

          Was ein erholsamer Luxusurlaub im Südpazifik sein sollte, entwickelte sich für die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes zu einem regelrechten Horrortrip. An Bord des Schiffs der Linie Carnival Cruise befand sich eine 23-köpfige Großfamilie aus Italien, der der gemeinsame Aufenthalt auf begrenztem Raum offenbar nicht bekam: Die Italiener zettelten zahlreiche Schlägereien an, gingen auf andere Passagiere los und machten Augenzeugen zufolge „Jagd auf Aussies“, also australische Mitfahrer.

          Wie die englische Zeitung „The Guardian“ berichtet, war das Kreuzfahrtschiff unterwegs nach Melbourne, Australien, musste aber nach drei Tagen einen ungeplanten Halt in New South Wales einlegen, um die Mitglieder der gewalttätigen Familie von Bord zu werfen.

          Augenzeugen berichten dem Guardian zufolge, wie sie von den Randalierern verfolgt wurden, vor allem die Kinder an Bord waren völlig verängstigt. So berichtet eine Passagierin, wie sie ihren Sohn vor Angriffen schützen wollte, mit ihm gemeinsam vor den aggressiven Schiffsgästen floh und sich und ihn schließlich voller Panik in ihrer Kabine einschließen musste.

          Der Augenzeugin zufolge reagierte die Crew-Besatzung sehr spät auf die Angriffe – obwohl bereits zahlreiche Gäste verletzt waren. „Was soll ich machen, sie etwa über Bord werfen?“, soll demnach der Kapitän des Schiffs gesagt haben. Die Sicherheitskräfte an Bord sollen ihrerseits mit Gewalt reagiert haben, um die Störenfriede zur Ruhe zu bewegen.

          Zahlreiche Videos und Bilder in den sozialen Medien zeugen von der Brutalität der Bande. Viele Passagiere posteten Bilder von ihren teilweise starken Verletzungen. Ein 20 Jahre alter Mann soll seinen Vater auf dem Festland angerufen und diesen angebettelt haben, die Polizei zu verständigen: „Viele Leute bluten, viele Leute sind k.o. gegangen.“

          Ermittlungen gegen die Randalierer eingeleitet

          Die Massenschlägerei entbrannte demnach am Freitagabend im Nachtclub des Schiffs. In New South Wales wird nun gegen die Familienmitglieder ermittelt, die inzwischen anderweitige Reisearrangements getroffen haben sollen. Sprecher der Linie Carnival Cruise teilten zudem mit, dass interne Ermittlungen wegen der Vorfälle an Bord eingeleitet worden seien.

          Als das Schiff dann schließlich vorzeitig hielt und die Randalierer von Bord mussten, entbrannte spontaner Applaus. Am Samstag dann erreichte es sein eigentliches Ziel, den Hafen von Melbourne.

          Weitere Themen

          Spahn: „Wir sind doch Logistikweltmeister“

          Corona-Liveblog : Spahn: „Wir sind doch Logistikweltmeister“

          Der Bundesgesundheitsminister und der RKI-Präsident äußern sich in Berlin +++ Der Paul-Ehrlich-Institut hält Astra-Zeneca-Impfstoff für sicher +++ Inzidenz in Deutschland steigt auf 65,4 +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.

          Die Pandemie im Überblick

          Zahlen zum Coronavirus : Die Pandemie im Überblick

          Das Coronavirus hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff, zahlreiche Länder vermelden immer neue Höchstwerte. Wie sich die Infektionszahlen im In- und Ausland entwickeln – unsere Karten und Diagramme geben einen Überblick.

          Topmeldungen

          Mehr Licht? BND-Präsident Bruno Kahl im neuen Besucherzentrum des Dienstes in Berlin

          Reform des BND-Gesetzes : Wer kontrolliert die Kontrolleure?

          Das Gesetz über den Bundesnachrichtendienst muss verändert werden. Das hat das Verfassungsgericht verlangt. Die Frage der Kontrolle des Dienstes bleibt aber kompliziert. Das Parlament fürchtet um seinen Einfluss.
          Maybrit Illner diskutiert in ihrer Sendung am 4. März 2021 mit ihren Gästen über die Frage: „Lockdown bis Ostern – weil Bund und Länder versagen?"

          TV-Kritik: „Maybrit Illner“ : Verbieten klappt, sonst nichts

          Bund und Länder haben den Lockdown verlängert, aber Öffnungen in Aussicht gestellt: Was wie chaotischer Widerspruch wirkt, ist die deutsche Corona-Politik im Wahlkampfjahr. In voller Tragik auch bei Maybrit Illner zu sehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.