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Colorado Springs : Drei Menschen sterben bei Schusswechsel in Abtreibungsklinik

  • Aktualisiert am

Der bewaffnete Angreifer auf eine Abtreibungsklinik in Colorado Springs konnte festgenommen werden. Bild: Reuters

Nach einer stundenlangen Belagerung hat die Polizei einen Angreifer in einer Klinik festgenommen. Zuvor sind bei Schusswechseln drei Menschen getötet worden, neun wurden verletzt.

          Nach einem stundenlangem Nervenkrieg in einer Abtreibungsklinik im amerikanischen Bundesstaat Colorado hat sich ein dort verschanzter Mann der Polizei ergeben. Zuvor waren bei Schusswechseln drei Menschen getötet worden, darunter ein Polizist. Neun weitere Menschen wurden verletzt.

          Der Polizei in Colorado Springs waren am Mittag (Ortszeit) Schüsse gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände eines Einkaufszentrums, zu dem auch eine Einrichtung von Planned Parenthood gehört. Die Organisation bietet Frauen medizinische Betreuung an und führt auch Schwangerschaftsabbrüche durch. Aus diesem Grund waren deren Kliniken bereits mehrfach attackiert worden. Ob das Ziel des Mannes am Freitag Planned Parenthood war, blieb nach Polizeiangaben zunächst unklar. Radikale Abtreibungsgegner verüben in den Vereinigten Staaten immer wieder tödliche Anschläge auf solche Einrichtungen.

          Die Stadt südlich von Denver sei durch „eine schreckliche, schreckliche Tragödie“ erschüttert worden, sagte Bürgermeister John Suthers. Dabei seien zwei Zivilisten und „ein sehr mutiger Polizeibeamter“ getötet worden. Nach Angaben der Universität der Stadt war der Polizist 44 Jahre alt.

          Nach einem stundenlangen Nervenkrieg nehmen Polizeibeamte den mutmaßlichen Angreifer fest.

          Polizeisprecherin Catherine Buckley teilte am frühen Abend mit, Beamte hätten den Schützen zur Aufgabe überredet. Der Mann wurde festgenommen. Von hinten aufgenommene Bilder zeigen einen korpulenten Mann mit weißem T-Shirt, Militärhose und kurz rasierten Haaren, der in Handschellen von der Polizei abgeführt wird.

          Anschließend durchsuchten Spezialisten die Klinik Zimmer für Zimmer - auf der Suche nach möglichen Sprengsätzen. Der Mann habe mehrere Gegenstände mit sich gebracht, und es sei nicht klar, worum es sich handele, sagte Buckley.

          Nach Angaben des Weißen Hauses wurde Präsident Barack Obama über den Vorfall unterrichtet. Planned Parenthood bietet neben Vorsorgeuntersuchungen unter anderem Abtreibungen an und wird dafür von erzkonservativen Kreisen in den Vereinigten Staaten angefeindet.

          “Extremisten schaffen ein vergiftetes Klima”

          “Wir kennen die genauen Umstände und Motive hinter diesem kriminellen Akt noch nicht”, sagte Vicki Cowart, die Chefin von Planned Parenthood, laut dem Nachrichtensender CNN.  “Wir teilen die Sorge vieler Amerikaner, dass Extremisten ein vergiftetes Klima schaffen, das den einheimischen Terrorismus in diesem Land fördert.”

          Die Behörden teilten mit, der Todesschütze sei der Polizei nicht bekannt gewesen. Vermutlich habe er allein gehandelt. Er habe mehrere Taschen bei sich gehabt, weswegen das Gelände nun nach Sprengstoff abgesucht werde.

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