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Bürgermeister von Lyon : „Das Geschehene ist sehr schmerzhaft“

  • Aktualisiert am

Der Unglücksort im Stadtzentrum Lyons nach der Explosion. Bild: AFP

Bei einer Explosion im Stadtzentrum von Lyon sind laut Behörden mindestens 13 Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht, das Motiv auch einen Tag nach der Tat unklar.

          Den Bürgermeister Lyons und ehemaligen Innenminister Frankreichs, Gérard Collomb, hat die Explosion mit mindestens 13 Verletzten in der Großstadt nach eigenen Worten überrascht. In einer ruhigen Stadt wie Lyon habe man nicht mit einem solchen Vorfall gerechnet, sagte Collomb dem Fernsehsender BFMTV am Samstagmorgen, nachdem er von einer Reise aus Japan zurückgekehrt war. Das Geschehene sei sehr schmerzhaft für ihn, so Collomb. Er befürworte die von Innenminister Christophe Castaner angeordneten verstärkten Sicherheitsmaßnahmen für öffentliche Veranstaltungen.

          Die Explosion hatte sich am frühen Freitagabend gegen 17.30 Uhr im belebten Zentrum der Metropole im Südosten Frankreichs ereignet. Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte, Anti-Terror-Spezialisten hätten die Ermittlungen übernommen. Der Sender Franceinfo berichtete unter Berufung auf das französische Innenministerium, dass am Tatort ein Beutel oder Koffer, der einen Sprengsatz mit Schrauben enthalten haben soll, explodiert sei. Die Polizei fahndet nach einem Tatverdächtigen. Das Motiv des Mannes blieb zunächst unklar.

          Die Polizei fahndet seit Freitag mit einem Foto nach einem Tatverdächtigen. Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen, der eine dunkle Sonnenbrille trägt und ein Fahrrad schiebt. Seine Mundpartie ist vermummt. Er trägt kurze, helle Hosen und ein langärmeliges dunkles Oberteil. Es handelt sich um das Standbild der Aufnahme einer Sicherheitskamera. Der Verdächtige soll den Sprengsatz vor einer Bäckerei in der Innenstadt deponiert haben.

          Lyons Bürgermeister Gérard Collomb, hier 2017, als er noch Innenminister von Frankreich war

          Präsident Emmanuel Macron nannte die Explosion in einem Interview des Youtubers Hugo Travers kurz nach dem Vorfall einen „Angriff“. Die Explosion trifft Frankreich kurz vor der Europawahl. Premierminister Édouard Philippe sagte seine Teilnahme an einer Abschluss-Wahlkampfveranstaltung ab, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichte. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen sprach von einem „terroristischen Anschlag“.

          Die Hintergründe der Tat waren jedoch zunächst unklar. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert, dabei wurden rund 250 Menschen getötet. Erst im Dezember hatte der mutmaßliche Islamist Chérif Chekatt in der Straßburger Innenstadt das Feuer eröffnet – es starben letztlich fünf Menschen, zudem wurden zahlreiche verletzt.

          Augenzeugen der Explosion in Lyon berichteten nach Angaben von Franceinfo von einem lauten Knall. Verängstigte Menschen seien über die Straße gelaufen. Die Polizei war demnach schnell an Ort und Stelle und sperrte den Tatort ab.

          Eine durch die Explosion verletzte Frau wird von Sicherheitskräften abgeschirmt.

          Einige der Menschen seien an den Beinen leicht verletzt worden, erzählte ein Apotheker, dessen Geschäft gegenüber der Bäckerei liegt, BMFTV. Die Verletzungen stammten seinen Angaben nach von kleinen Kugeln und Schrauben. Nach der Explosion habe es keine Panik gegeben, sagte Bezirksbürgermeister Broliquier. Es gebe keine Gefahr für die Bewohner des Viertels.

          Lyon liegt im Südosten Frankreichs, es ist die Hauptstadt des Département Rhône und der Region Auvergne-Rhône-Alpes und mit mehr als 515.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs nach Paris und Marseille.

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