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Philippinen : Mehr als dreißig Tote bei Überfall auf Hotelanlage

  • Aktualisiert am

Schwerbewaffnete Polizisten sichern in Manila das Gelände um den Hotelkomplex. Bild: AFP

Panik in einem Hotelkomplex in Manila: Ein bewaffneter Mann schießt um sich. Mindestens 36 Menschen kommen ums Leben. Der IS behauptet, dass der Täter in seinem Auftrag unterwegs gewesen sei. Der Polizeichef will das nicht glauben.

          Bei einem Überfall auf einen Hotel- und Casinokomplex in der philippinischen Hauptstadt Manila sind am Freitag mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei erstickten sie bei einem Brand, den der mutmaßliche Angreifer gelegt hatte. Der Mann - angeblich ein krimineller Einzeltäter - starb dabei auch selbst. Einen terroristischen Hintergrund schloss die Polizei aus. Trotzdem reklamierte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich.

          Die Leichen wurden erst mehrere Stunden nach Beginn des Überfalls im zweiten und dritten Stock des Casinos gefunden, das zu der Anlage „Resorts World Manila“ gehört. Durch den Brand hatte sich solch starker Rauch entwickelt, dass die Rettungskräfte zunächst nicht ins Gebäude konnten. Mindestens 54 Menschen wurden verletzt - viele davon, als sie in Panik vor dem bewaffneten Angreifer flohen.

          Der maskierte Mann hatte die Anlage gegen Mitternacht gestürmt. Mit einem Schnellfeuergewehr schoss er um sich - zielte aber offenbar nicht auf Menschen, sondern nur auf Bildschirme und Fernseher. Nach Angaben der Polizei zündete er auch mehrere Teppiche und Spieltische an, wodurch der verhängnisvolle Brand entstand. Die Anlage liegt nur etwa eineinhalb Kilometer von Manilas internationalem Flughafen entfernt. Ob Ausländer unter den Opfern sind, war zunächst nicht bekannt.

          IS behauptet, dass der Täter in ihrem Auftrag unterwegs war

          Viele Casino-Besucher vermuteten offenbar, dass es sich um einen Überfall mehrerer islamistischer Terroristen handelte und gerieten in Panik. Auf den Philippinen – einem mehrheitlich katholischen Land – kämpfen Regierungstruppen seit vielen Jahren gegen muslimische Rebellen. Über die Insel Mindanao im Süden des Landes, ein Gebiet mit mehr als 20 Millionen Bewohnern, hatte Präsident Rodrigo Duterte vergangene Woche das Kriegsrecht verhängt.

          Im Internet behauptete die Terrormiliz IS, dass der Täter in ihrem Auftrag unterwegs gewesen sei. Der Polizeichef der Philippinen, Ronald dela Rosa, betonte jedoch: „Wir können sagen, dass dies kein terroristischer Akt war.“ Zur Identität des Angreifers machte die Polizei keine näheren Angaben. Der Mann hatte sich später in ein Hotelzimmer geflüchtet, mit Benzin übergossen und in den Kopf  geschossen.

          Der Polizeichef von Manila, Oscar Albayalde, sagte im Radiosender DZBB: „Das ist das Werk eines Verrückten. Vielleicht war er spielsüchtig, hat all sein Geld verloren und ist dann durchgedreht.“ Nach Angaben der Polizei wurden in einem Rucksack des Toten gestohlene Spiel-Jetons im Wert von umgerechnet etwa zwei Millionen Euro entdeckt.

          Auf den Philippinen geht die Armee seit mehr als einer Woche hart gegen islamistische Rebellen vor, die sich in der Stadt Marawi im Süden des Landes verschanzt haben. Seit Dienstag vergangener Woche gab es bereits mehr als 180 Tote. Die Islamisten behaupten, in Marawi mehrere Dutzend Zivilisten in ihrer Gewalt zu haben. Mehrere zehntausend Menschen sind aus der Stadt geflohen.

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