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Großeinsatz gegen Camorra : Mehr als 120 Mafiamitglieder verhaftet

Konnte in Uruguay fliehen: Mafiaboss Rocco Morabito, der seit mehr als 20 Jahren wegen Drogenhandels gesucht wird. Bild: AFP

Rauschgifthandel, Erpressung, Geldwäsche: In einer großangelegten Aktion verhafteten Ermittler mehr als 120 mutmaßliche Mitglieder der Camorra. Nur ein wichtiger Mann konnte in Uruguay fliehen.

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          Die italienischen Strafverfolger haben seit Wochenbeginn bei Razzien Dutzende Verdächtige festgenommen und Besitztümer im Wert von rund 130 Millionen Euro beschlagnahmt. Am Mittwochmorgen wurden in der Provinz Neapel, aber auch andernorts in Italien sowie im Ausland, bei koordinierten Aktionen 126 mutmaßliche Mitglieder der Camorra festgenommen. Die Verdächtigen sollen dem Clan Alleanza di Secondigliano angehören. Ihnen werden Rauschgifthandel, Erpressung, Geldwäsche und weitere „schwerwiegende Straftaten“ vorgeworfen, wie es in einer Mitteilung der italienischen Polizei vom Mittwoch heißt.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Innenminister Matteo Salvini pries die Strafverfolger für den sehr harten Schlag gegen den Clan. Schon am Dienstag waren in der Provinz Lecce in der südostitalienischen Region Apulien 30 Verdächtige festgenommen worden. Zu den Verhafteten gehört auch der Bürgermeister der Stadt Scorrano, der dem örtlichen Clan die lukrative Verwaltung eines Regionalparks im Gegenzug für die Unterstützung bei den Kommunalwahlen zugeschanzt haben soll.

          Ein schwerer Rückschlag beim Kampf gegen das organisierte Verbrechen bedeutet für die italienischen Behörden die Flucht des Mafiabosses Rocco Morabito aus dem Zentralgefängnis der uruguayischen Hauptstadt Montevideo. Der 52 Jahre alte Morabito gilt als einer der mächtigsten und gefährlichsten Clanchefs der kalabrischen ’Ndrangheta. Er soll den Rauschgifthandel zwischen Südamerika und Mailand kontrollieren. Der sogenannte Kokainkönig von Mailand wurde in Italien in Abwesenheit zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er war 23 Jahre auf der Flucht, ehe er 2017 in Uruguay festgenommen wurde.

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