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Matthias Steiner über Prozess enttäuscht : „Dieser schwarze Punkt wird immer bleiben“

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Matthias Steiner zeigte sich nach der Urteilsverkündung enttäuscht Bild: dpa

Nach der Urteilsverkündung im Prozess um den Unfalltod seiner Frau zeigte sich Olympiasieger Matthias Steiner enttäuscht: „Es ging mir um eine Entschuldigung und eine Erklärung - beides habe ich nicht erhalten.“ Der Unfallfahrer hatte zehn Monate auf Bewährung bekommen.

          Nach dem Prozess um den Unfalltod seiner Frau hat sich Gewichtheber-Olympiasieger Matthias Steiner enttäuscht gezeigt über das Verhalten des verurteilten Fahrers. „Es ging mir um eine Entschuldigung und die Erklärung, wie es zu dem Unfall kam“, sagte Steiner. „Beides habe ich nicht erhalten.“ Das Amtsgericht Heidelberg hatte den 57 Jahre alten Unfallfahrer am Mittwochvormittag wegen fahrlässiger Tötung zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt. Zudem ließ es den Führerschein des Angeklagten für sechs Monate einziehen.

          Gewichtheber Steiner, der als Nebenkläger auftrat, verfolgte die Urteilsverkündung sichtlich angespannt und mit gesenktem Blick. Das Urteil wollte der 26 Jahre alte Steiner nicht näher kommentieren. „Das ist angemessen. Aber darum ging es mir nicht“, betonte er. Er habe wissen wollen, warum der Jeep des 57 Jahre alten Angeklagten im Juli 2007 in den Wagen seiner Frau Susann raste. „Das habe ich nicht bekommen. Dieser schwarze Punkt wird immer bleiben.“

          „Mir tut das Geschehene außerordentlich leid“

          Die Anklagevertretung hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und gesundheitliche Gründe als Ursache für den Unfall vermutet. Nach Überzeugung des Gerichts hat der 57 Jahre alte Angeklagte dagegen den Unfall zwischen Wiesloch und Heidelberg verursacht, weil er unaufmerksam und zu schnell gefahren war. Was genau den Unfall verursachte, blieb aber im Dunkeln. Der Mann hatte ausgesagt, sich nicht erinnern zu können.

          Sein Jeep war am 16. Juli 2007 auf gerader Strecke frontal in den Kleinwagen von Susann Steiner gerast. Das Auto der Frau wurde völlig zerstört. Die 22 Jahre alte Chemnitzerin starb an den Folgen schwerer innerer Verletzungen. Der Angeklagte sagte am Mittwoch kurz vor der Urteilsverkündung in seinem Schlusswort: „Ich kann nur sagen, dass mir das Geschehene außerordentlich leidtut.“

          Steiner, der „stärkste Mann der Welt“ hatte bei den Olympischen Spielen in Peking für Begeisterung und weltweite Rührung gesorgt: Bei der Verleihung seiner Goldmedaille hatte der Gewichtheber das Foto seiner Frau immer wieder geküsst und in die Kameras gehalten.

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