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Viele PCC-Mitglieder : Massenflucht aus paraguayischem Gefängnis

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Der paraguayische Sender ABC veröffentlichte Bilder von schwer bewaffneten Kräften vor dem Gefängnis nach dem Massenausbruch. Bild: AFP

Mindestens 75 Häftlinge sind aus einem Gefängnis in der paraguayischen Grenzstadt Pedro Juan Caballero geflohen. Viele von ihnen sind Mitglieder des PCC, der mächtigsten Verbrecherorganisation Brasiliens.

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          Aus einer Haftanstalt in der paraguayischen Grenzstadt Pedro Juan Caballero sind nach Angaben der Behörden mindestens 75 Häftlinge entkommen. Unter ihnen sind Dutzende Mitglieder des „Ersten Hauptstadtkommandos“ (PCC), die mit über 20.000 Mitgliedern größte und mächtigste Verbrecherorganisation Brasiliens. Das PCC kontrolliert den Drogen- und Waffenhandel zwischen Brasilien, Paraguay und Bolivien. Vor einiger Zeit soll die Organisation die Kontrolle über das organisierte Verbrechen in Pedro Juan Caballero und in der brasilianischen Schwesterstadt Ponta Porã übernommen haben, die als Schlüsselorte auf einem der wichtigsten Schmuggelkorridore gelten.

          In der Gefängnisanlage wurden ein Tunnel sowie etliche Säcke mit Aushub entdeckt. Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass die Gefangenen nicht durch den Tunnel, sondern unter Mithilfe des Gefängnispersonals in Freiheit gelangten. Laut ersten Ermittlungen sollen sie in den vergangenen Tage in kleinen Gruppen freigelassen worden sein, während der Gefängnisdirektor im Urlaub war. Gefängnismitarbeitern sollen bis zu 80.000 Dollar angeboten worden sein. Der Tunnel habe demnach lediglich als Tarnung gedient, um die Kollaboration der Gefängnismitarbeiter zu vertuschen, folgerten die Behörden. „Es ist offensichtlich, dass es Korruption gab“, sagte die paraguayische Justizministerin Cecilia Pérez, welche die Verhaftung aller Mitarbeiter der besagten Haftanstalt anordnete.

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