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Vier Verletzte in Bottrop : NRW-Minister Reul: Autofahrer hatte „klare Absicht, Ausländer zu töten“

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Ein Polizeiwagen steht hinter Absperrband auf dem Berliner Platz in Bottrop, wo ein Mann mit seinem Auto vier Menschen verletzt hat. Bild: dpa

In Bottrop steuert ein Autofahrer absichtlich in Fußgängergruppen. Auf der Flucht kann die Polizei den Mann festnehmen, der offensichtlich aus fremdenfeindlichen Motiven handelte. Die Ermittlungen laufen.

          Nachdem im Ruhrgebiet ein Mann aus Fremdenhass mit seinem Auto mehrfach in Menschengruppen gefahren ist, gehen die Ermittlungen zu Hintergründen und Hergang der Tat weiter. Der 50-Jährige hatte auf seiner Fahrt in der Silvesternacht in Bottrop mindestens fünf Personen verletzt. Auch in Essen steuerte er seinen Wagen auf mehrere Menschen, dort wurde aber niemand verletzt. Der Oberbürgermeister der Stadt, Thomas Kufen (CDU), äußerte sich am Dienstagabend entsetzt über die Tat. „Meine Gedanken sind jetzt bei den Betroffenen und ihren Angehörigen. Ich wünsche allen eine hoffentlich schnelle und vollständige Genesung“, sagte Kufen laut einer Mitteilung der Stadt. Er bleibe in engem Austausch mit seinem Bottroper Amtskollegen Bernd Tischler.

          NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte nach den ersten Vernehmungen des Festgenommenen: „Es gab die klare Absicht von diesem Mann, Ausländer zu töten.“ Der Mann habe das Auto in Bottrop und Essen bewusst in Menschengruppen gesteuert, die überwiegend aus Ausländern bestanden. Unter den Verletzten sind Syrer und Afghanen. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem „gezielten Anschlag“.

          Nach „Spiegel“-Informationen soll der 50-Jährige in seiner Vernehmung gesagt haben, die vielen Ausländer seien ein Problem für Deutschland, das er lösen wolle. Demnach soll er nach ersten Erkenntnissen der Ermittler eine schizophrene Erkrankung haben. Der Mann sei in der Vergangenheit mindestens einmal in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen werden, berichtete das Nachrichtenmagazin. Schon zuvor hatten die Ermittler angegeben, dass sie „erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers“ hätten. Der mutmaßliche Täter stamme aus Essen und sei bei der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten, hieß es.

          Einzeltäter oder Mitwisser in rechtsextremen Kreisen?

          Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wandte sich via Twitter an die Bürger: „An diesem Neujahrstag gilt der Vorsatz für 2019 klarer denn je: Wir stehen zusammen gegen rechte Gewalt. Den Kampf gegen den Hass auf andere Menschen werden wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats engagiert fortsetzen.“

          Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, forderte, dass die Tat „entschieden aufgeklärt werden“ müsse. „Zwar scheint der Fahrer eine psychiatrische Vorgeschichte zu haben. Aber es muss geklärt werden, ob er tatsächlich allein handelte, oder ob es gegebenenfalls weitere Beteiligte oder Mitwisser gab“, sagte Mihalic dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Es stelle sich zudem die Frage, „ob der Täter sich in irgendeiner Weise in rechtsextremen Kreisen bewegte und seine Tat damit in Verbindung steht“.

          Das für die Einsatzführung zuständige Polizeipräsidium in Münster bat am Abend via Twitter darum, Bilder und Videos von den Ereignissen nicht im Internet zu verbreiten. Alle Aufnahmen sollten stattdessen auf ein spezielles Portal vom Bundeskriminalamt hochgeladen werden. Außerdem wurden Zeugen gebeten, sich unter der Hotline 0800 3040303 zu melden. Die Ermittler halten sich zum Tatablauf bislang bedeckt, dieser müsse erst mithilfe von Zeugenaussagen rekonstruiert werden.

          Die schlimmsten Folgen hatten die Angriffe in Bottrop, wo der 50-Jährige kurz nach Mitternacht auf dem zentralen Berliner Platz in die Menge fuhr, die gerade mit Böllern und Raketen das neue Jahr begrüßte. Vier Menschen wurden dort verletzt, darunter ein Kind. Eine 46-Jährige war zeitweise in Lebensgefahr. Nach ersten Polizeiangaben waren unter den Verletzten syrische und afghanische Staatsangehörige. Einen weiteren Verletzten gab es später in Essen. Zwei andere Versuche des Mannes, in Bottrop und Essen Passanten anzufahren, schlugen fehl. Hier kamen die Menschen mit dem Schrecken davon.

          Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) zeigte sich „entsetzt und tief getroffen“ von dem Vorfall. Er hoffe, dass die Verletzten bald genesen würden, erklärte er. Eigentlich hätte am Dienstag das 100-jährige Bestehen der Stadt Bottrop gefeiert werden sollen. Dieses Fest habe er „angesichts der furchtbaren Ereignisse“ abgesagt, fügte Tischler hinzu.

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