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Mallorca : Hells Angels wollten mit Schwarzgeld Formel-1-Strecke bauen

  • -Aktualisiert am

Auf diesem Anwesen in Lloret de Vistalegre nahm die spanische Polizei die Verdächtigen fest. Bild: dpa

Auf Mallorca sind 25 Hells Angels festgenommen worden, darunter der Deutsche Frank Hanebuth. Den Verdächtigen wird unter anderem Erpressung, Nötigung, Geldwäsche und Betrug vorgeworfen. Sie sollen auf der Ferieninsel ein Luxusleben geführt haben.

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          Der spanische Innenminister Jorge Fernández Díaz hat am Mittwoch von einem „harten Schlag“ gegen die Rockerbande Hells Angels gesprochen. Am Vortag hatten schwer bewaffnete spanische Sondereinheiten, unterstützt von Beamten auch aus Hannover, 31 Wohnungen und Lokale auf Mallorca durchsucht und mehr als 25 Hells Angels festgenommen, viele von ihnen Deutsche. Die spanische Polizei wirft ihnen Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Rauschgifthandel, Erpressung, Entführung, Betrug und Zuhälterei vor. Unter den Festgenommenen sollen vier spanische Polizisten sein, die der Bande Informationen aus Polizeicomputern weitergeleitet hätten.

          Die festgenommenen Bandenmitglieder haben nach Informationen der spanischen Polizei über mehrere Millionen Euro Schwarzgeld aus Deutschland und der Türkei verfügt. Das wollten sie offenbar im Bau einer Formel-1-Strecke auf der Ferieninsel anlegen. Die Razzia und Festnahmen wurden vom Nationalen Gerichtshof in Madrid koordiniert und angeordnet, der für Bandenkriminalität und Organisiertes Verbrechen zuständig ist. Der für sie zuständige Richter traf am Mittwoch auf Mallorca zu den Vernehmungen ein. Erst nach diesen wird ersichtlicher, wer unter welchen konkreten Vorwürfen festgenommen wurde und gegen wen dann ein Haftbefehl verhängt wird.

          Nach übereinstimmenden Berichten spanischer und deutscher Medien und aus der spanischen Polizei soll zu den vorläufig Festgenommenen Frank Hanebuth zählen, der frühere Leiter des hannoverschen Hells-Angels-Kapitels, der als einflussreichster deutscher Rocker gilt. Er hatte unter Druck der niedersächsischen Polizei das hannoversche Kapitel aufgelöst, ist aber weiterhin auch dort im Rotlichtviertel engagiert. Zunehmend verlagerte er nach eigenem Bekunden seine Interessen auf die Baleareninsel. Die spanische Polizei weist darauf, dass sich deutsche und spanische Rocker in „mafiaähnlichen Strukturen“ zusammengeschlossen hätten. Beim Schlag gegen sie habe die Polizei Hilfe aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden und von Europol erhalten. Unter den Festgenommenen seien der wichtigste spanische Hells Angel sowie der „internationale Chef dieser Bande“.

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