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Prozess in Kalabrien : Lange Haftstrafen für Mafiosi aus Nordhessen

Auch im nordhessischen Melsungen war die Mafiazelle aktiv. Bild: Rainer Wohlfahrt

Ein Gericht im kalabrischen Crotone hat Mitglieder der ’ndrangheta verurteilt – darunter auch mehrere Männer aus Deutschland. Einer von ihnen galt als Statthalter des Farao-Marincola-Clans in Nordhessen.

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          In einem Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der 'ndrangheta sind in Kalabrien auch mehrere Gastwirte aus Deutschland verurteilt worden. Das geht aus dem schriftlichen Urteil vom Donnerstag hervor, das der F.A.Z. vorliegt. Das Gericht in Crotone verurteilte Vincenzo B. aus Hessisch-Lichtenau zu einer Gefängnisstrafe von 14 Jahren und fünf Monaten, Piero V. aus Spangenberg zu zwölf Jahren und sieben Monaten und Francesco B. aus Stuttgart zu 13 Jahren. Die Männer wurden unter anderem der Mitgliedschaft in einer mafiösen Vereinigung für schuldig befunden. Die detaillierte Begründung des Urteils steht noch aus.

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Insgesamt hatte sich der Prozess gegen etwa 80 Angeklagte gerichtet, die Anfang 2018 im Rahmen der länderübergreifenden „Operation Stige“ festgenommen worden waren. Ihnen wurde unter anderem vorgeworfen, Mitglieder oder Unterstützer des ’ndrangheta-Clans Farao-Marincola zu sein. Unter den Verurteilten sind auch mehrere Politiker aus der Provinz Crotone. Rund um die Ortschaft Cirò im Osten Kalabriens hatte der Mafiaclan die Lokalpolitik sowie ganze Wirtschaftszweige unter seine Kontrolle gebracht, darunter ein Weingut, Lebensmittelbetriebe, Wäschereien, den Fischfang und den Hafenbetrieb, die Müllentsorgung sowie ein Beerdigungsunternehmen. Ein Teil der Waren wurde kalabrischen Gastwirten in Deutschland aufgezwungen.

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