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43 Personen verurteilt : Mafia-Clan-Mitglieder in Rom verurteilt

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In Rom wurden Mitglieder eines Mafia-Clans zu insgesamt mehr als 400 Jahren Haft verurteilt. (Symbolbild) Bild: dpa

Nach zwei Jahren Prozess hat ein Gericht in Rom 43 Angehörige eines Clans verurteilt. Sie waren wegen Zuhälterei und Drogenhandel angeklagt worden.

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          Ein Gericht in Rom hat 43 Angehörige des Casamonica-Clans zu insgesamt mehr als 400 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Angeklagten durch Wucher, Erpressung, Zuhälterei und vor allem Drogenhandel in der Hauptstadt und in deren Peripherie ein kriminelles Imperium errichtet haben. Der wegen seiner Brutalität gefürchtete Clan habe seine kriminellen Geschäfte wie die überwiegend aus Süditalien stammenden Mafiaorganisationen organisiert und ausgeweitet.

          Zu 30 beziehungsweise 20 Jahren Haft wurden die Clanoberhäupter Domenico und Giuseppe Casamonica verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 630 Jahre Gefängnis gefordert. Das Urteil in erster Instanz fiel nach gut zwei Jahren Prozessdauer und ist noch nicht rechtskräftig. Bei den Casamonica handelt es sich um eine Sinti-Familie, die Anfang der sechziger Jahre aus den Abruzzen und dem Molise in die Hauptstadt kam und sich in dem damals noch dünn besiedelten Stadtteil Quadraro im Südosten Roms niederließ. Zunächst betätigten sie sich als Pferdehändler und kamen später mit der Vergabe von Wucherkrediten, mit Zuhälterei und Schutzgelderpressung, schließlich mit Drogenhandel und Glücksspiel zu Reichtum.

          Ihre in bunten Farben gestrichenen Häuser bauten die Casamonica ohne Genehmigung auf einem besetzten Grundstück in der Nähe eines Bahndamms. Bei der Beschlagnahmung und dem anschließenden Abriss der acht Häuser vom November 2018 brauchte die Polizei mehrere Lastwagen, um lebensgroße Marmorskulpturen von Leoparden, vergoldete Pferdestatuetten und gedrechselte Bettgestelle, dazu Flachbildfernseher und Musikanlagen abzutransportieren.

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