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In Italien gesucht : Drogenboss in Dubai festgenommen

Verbrecherparadies? In den vergangenen Jahren sind in Dubai immer wieder europäische Rauschgifthändler festgenommen worden. Bild: Reuters

Der Italiener Raffaele Imperiale gilt als einer der wichtigsten Rauschgifthändler Europas – und lebt seit Jahren in Dubai. Nun hat ihn die Polizei dort festgenommen.

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          In Dubai ist Raffaele Imperiale festgenommen worden, der als einer der wichtigsten Rauschgifthändler Europas gilt. Die Guardia di Finanza in Neapel bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht der niederländischen Zeitung De Telegraaf. Die Festnahme Imperiales, der in Italien auf der Liste der sechs gefährlichsten Verbrecher steht, seit bereits am 4. August durch die Sicherheitskräfte in Dubai erfolgt.

          David Klaubert
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Schon 2016 hatten die italienischen Behörden Imperiale zur Fahndung ausgeschrieben. Er wurde als Kokainhändler der Camorra und wegen Geldwäsche zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt, die in höheren Instanzen auf acht Jahre reduziert wurde. Schon lange vermuteten die italienischen Ermittler Imperiale in Dubai. Bisher hatten sie sich bei den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate allerdings vergeblich um seine Auslieferung bemüht.

          Schon Mitte der Neunziger hatte Imperiale, Jahrgang 1974, einen Coffeeshop in Amsterdam übernommen. Er stieg in den internationalen Kokainhandel ein und belieferte einen Camorra-Clan in Neapel, der in dieser Zeit in einem blutigen Krieg um die Vorherrschaft im Stadtviertel Scampia steckte. International in die Schlagzeilen kam Imperiale 2016, als die Polizei in seinem Haus in Castellammare di Stabia Vincent van Goghs „Strand bei Scheveningen“ und die „Gemeinde vor der Reformierten Kirche in Nuenen“ entdeckte, die beide 2002 aus dem Van-Gogh-Museum in Amsterdam gestohlen worden waren.

          Von Dubai aus arbeitete Imperiale offenbar eng mit anderen europäischen Drogenbossen zusammen. Wie aus Unterlagen aus niederländischen Ermittlungsverfahren hervorgeht, stand er etwa in Kontakt mit dem Netzwerk von Ridouan Taghi, damals der meistgesuchte Verbrecher der Niederlande.

          Waffen, die bei einer Razzia 2015 beschlagnahmt worden sind Öffnen
          Drogenboss Ridouan Taghi : „Bin schon betrunken, Bruder, und brauche Blut“ Bild: Picture-Alliance

          Entschlüsselte Nachrichten von Kryptohandys zeigen laut der niederländischen Staatsanwaltschaft, dass Imperiale mit Taghis Netzwerk nicht nur gemeinsame Kokainlieferungen nach Europa organisierte, sondern sich auch an der Planung von Morden beteiligte. Taghi wurde bereits Ende 2019 in Dubai festgenommen und an die Niederlande ausgeliefert. Seit März steht er unter anderem wegen sechs Morden vor Gericht. In etlichen anderen Fällen wird noch gegen ihn ermittelt. Und auch nach dem Mord an dem Journalisten Peter R. de Vries Anfang Juli führen Spuren in Taghis Umfeld.

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