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Mafia-Verdacht : 230 russische Pflegedienste unter Betrugsverdacht

  • Aktualisiert am

Patient in Altenheim: 230 Pflegedienste unter Verdacht Bild: dpa

Ermittler gehen offenbar gegen ein kriminelles Pflegedienst-Netzwerk vor, das Leistungen falsch abgerechnet haben soll. Zu den Hintermännern zählen auch mutmaßliche Auftragsmörder.

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          Rund 230 russisch-eurasische ambulante Pflegedienste stehen Medienberichten zufolge im Verdacht, teils bundesweit ein System für Abrechnungsbetrug aufgebaut zu haben. Dabei seien im Zusammenspiel mit Patienten und Ärzten nicht erbrachte Leistungen abgerechnet worden, berichten der Bayerische Rundfunk und die Zeitung „Die Welt“ unter Berufung auf den Abschlussbericht einer Sonderermittlungsgruppe von Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen.

          Laut dem internen Bericht wurde das Netzwerk überwiegend von Berlin aus gesteuert und hat die Pflegekassen um hohe Summen betrogen. Regionale Schwerpunkte der Pflegemafia seien Nordrhein-Westfalen und Berlin, außerdem Niedersachsen, Brandenburg und Bayern. Gut zwei Drittel der Einzelunternehmen seien über Netzwerke bundesweit miteinander verbunden.

          Aus dem Bericht „Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen durch russische Pflegedienste“ gehe zudem hervor: Viele der beschuldigten ambulanten Pflegedienste und ihre Betreiber sollen auch in diverse andere kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen sein, darunter Geldwäsche, Schutzgeldzahlungen und Glücksspiel. Unter den ehemaligen Firmenbetreibern sollen sich auch Personen befinden, die von den Behörden als Auftragsmörder verdächtigt werden.

          Mit diesem Bericht liegt erstmals eine detaillierte Analyse über das Ausmaß der Organisierten Kriminalität und des Abrechnungsbetrugs durch russisch-eurasische Pflegedienste vor. „Welt“ und „BR Recherche“ hatten bereits im April vergangenen Jahres über eine erste allgemeine BKA-Analyse über dieses Kriminalitätsphänomen berichtet. Die Bundesregierung hatte daraufhin die Krankenkassen durch eine Gesetzesänderung mit zusätzlichen Kontrollbefugnissen ausgestattet. Bei einer bundesweiten Razzia im vergangenen September in 108 Wohnungen und Geschäftsräumen waren unter anderem zwei nicht mehr scharfe Kalaschnikows und halbautomatische Waffen mit Munition sichergestellt worden.

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