https://www.faz.net/-gum-86102

Louisiana : Tote bei Schüssen in einem Kino

  • Aktualisiert am

Polizeifahrzeuge in Lafayette sperren nach Schüssen in einem Kino eine Straße ab. Bild: AP

In den Vereinigten Staaten hat ein Mann in einem Kinosaal das Feuer eröffnet. Er tötete zwei Besucher und verletzte mehrere. Dann richtete er seine Waffe gegen sich selbst.

          2 Min.

          In einem Kino im amerikanischen Bundesstaat Louisiana hat ein Mann aus noch ungeklärten Motiven plötzlich um sich geschossen und zwei Menschen und sich selbst getötet. Bis zu neun Menschen wurden verletzt, einige davon schwer, berichtete der örtliche Sender KATC unter Berufung auf offizielle Quellen.

          Der Schütze feuerte am Donnerstagabend gegen 19.20 Uhr während der Filmvorführung auf Zuschauer und löste damit Chaos aus. Danach soll er sich selbst erschossen haben. Der Vorfall erinnerte stark an den Amoklauf in einem Kino bei einem „Batman“-Film in Aurora im Bundesstaat Colorado vor rund drei Jahren. Dieser Fall war gerade wegen des Prozesses durch die Medien gegangen.

          Der Täter sei ein weißer Mann in seinen Fünfzigern, sagte der Polizeichef von Lafayette, Jim Craft, am Donnerstagabend. Die Polizei des Bundesstaats sprach von einem 58 Jahre alten Mann. Dessen Identität ist bislang noch unbekannt. Zu den Schüssen kam es in einem Kino der Kette „The Grand“ in Lafayette, etwa 100 Kilometer von Baton Rouge, der Hauptstadt von Louisiana, entfernt.

          Panik im Kinosaal

          Unter den Zuschauern brach Panik aus, erzählten Augenzeugen bei KATC. Die Schüsse kamen ohne Vorwarnung. Plötzlich habe sie ein lautes Geräusch vernommen, sagte Kinobesucherin Katie Domingue der Regionalzeitung „The Advertiser“. Ein älterer weißer Mann sei aufgestanden und habe zu schießen begonnen. „Er gab keinen Ton von sich. Ich habe auch nicht gehört, dass Leute schreien.“ Nach sechs Schüssen sei sie zusammen mit ihrem Verlobten Richtung Ausgang gerannt.

          Einige der Verletzten seien in einem kritischen Zustand. Die Bundespolizei FBI wurde in die Ermittlungen eingeschaltet. In dem Kino sei die Komödie „Trainwreck“ mit Amy Schumer gelaufen, hieß es. „Es bricht mir das Herz. Meine Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in Lousiana“, schrieb die Schauspielerin auf Twitter. Der Gouverneur des Bundesstaates Louisiana, Bobby Jindal, kam zum Tatort. Er sagte, jetzt gelte es, für die Opfer und ihre Familien zu beten.

          Der Täter soll die Menschen in die Beine und andere Körperteile geschossen haben. Die Zuschauer im gesamten Kinokomplex mit mehreren Sälen wurden aufgefordert, das Gebäude umgehend zu verlassen. Vor dem Kino war laut Augenzeugen ein Wirrwarr an verängstigten Kinobesuchern, ihren Angehörigen und den eintreffenden Rettungskräften. Zum Motiv der Tat machte Polizeichef Craft noch keine Angaben.

          Am 20. Juli 2012 hatte ein Amokläufer während der Premiere eines „Batman“-Films um sich gefeuert. Zwölf Menschen starben, Dutzende weitere wurden verletzt. Wegen der Tat war der Täter, James Holmes, vor wenigen Tagen in einem Mordprozess in Centennial schuldig gesprochen worden. Drei Jahre nach dem Amoklauf droht ihm damit die Todesstrafe. Die Geschworenen des zuständigen Gerichts bei Denver lehnten es am Donnerstag vor einer Woche ab, ihn als psychisch krank und nicht schuldfähig anzusehen.

          Amerika : Drei Tote bei Schießerei in Kino

          Weitere Themen

          Razzia bei Politikern

          Kampf gegen ’Ndrangheta : Razzia bei Politikern

          Der Kampf gegen die kalabrische Mafia beeinflusst jetzt auch die Regierungskrise: Chefankläger Gratteri hat Razzien gegen weitere gut 50 Verdächtige veranlasst, die meisten von ihnen aus Politik und öffentlicher Verwaltung.

          Topmeldungen

          Das Verlegeschiff „Audacia“ des Offshore-Dienstleisters Allseas im Jahr 2019, als es in der Ostsee vor der Insel Rügen Rohre für die Gaspipeline Nord Stream 2 verlegt hat.

          EU-Parlament fordert Abbruch : Weder Sanktionen noch Gift

          Ist es ein Zeichen von Souveränität, dass Deutschland an Nord Stream 2 festhält? Der Kreml könnte das als Beleg für alternativlose Abhängigkeit ansehen.

          Wer ist Amanda Gorman? : Mit Lyrik in die Welt getreten

          Eine Klasse für sich: Warum der Auftritt der amerikanischen Dichterin Amanda Gorman bei der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten in Washington die Welt bewegt.

          Impftag in einem Pflegeheim : „Es gibt so viele Gerüchte“

          Impftag in einem Pflegeheim in Schwäbisch Gmünd: Die Alten sind dankbar, doch viele Pfleger wollen keine Spritze. Besonders über Markus Söder regen sie sich auf. Ein Besuch vor Ort.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.