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Los Angeles : Foltervorwürfe nach Hollywood-Brandserie

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Zeichnung aus dem Gerichtssaal: der mutmaßliche Serienbrandstifter Harry B. aus Frankfurt. Bild: dapd

Die Deutsche, deren Sohn in Los Angeles Dutzende Brände gelegt haben soll, wirft der deutschen und der amerikanischen Polizei Misshandlung und Folter in Deutschland vor. Sie sieht sich als Opfer einer Naziverschwörung.

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          Nach der Brandserie in Hollywood sorgen bizarre Foltervorwürfe gegen die Polizei in den Vereinigten Staaten und auch in Deutschland für Aufregung. Die Mutter des Deutschen, der mehr als 50 Feuer gelegt haben soll, spricht von Misshandlungen in Los Angeles und schwerer Folter in Deutschland. Allerdings: Beweise oder auch nur Indizien gibt es nicht. Mutter und Sohn gelten als psychisch krank. Die beiden sehen sich zudem als Opfer einer Naziverschwörung.

          In deutscher Haft sei sie mit Stromschlägen gefoltert worden, erzählte die Frau nach Angaben der „Los Angeles Times“ kanadischen Behörden bei einem Asylantrag über ihre Haft 2007 in Frankfurt. „Sie wollten, dass ich ein Geständnis unterschreibe und alles zugebe, was sie mir vorwerfen.“ Die Kanadier hatten dem aber keinen Glauben geschenkt und den Asylantrag abgelehnt.

          Die Mutter des Angeklagten war kurz vor dem Jahreswechsel festgenommen worden.

          Die in Deutschland mehrfach vorbestrafte Frau war kurz vor dem Jahreswechsel in Los Angeles festgenommen worden. Gleich darauf begann eine Brandserie, die Hollywood vier Tage in Atem hielt und einen Schaden von mehr als drei Millionen Dollar (etwa 2,3 Millionen Euro) verursachte. Als Verdächtigen nahm die Polizei den 24-jährigen Sohn der Frau fest, der aus Wut über die Festnahme die Brände gelegt haben soll. Bilder einer Überwachungskamera sollen ihn zeigen.

          Der heute 24 Jahre alte Sohn hatte gegenüber den Behörden gesagt, sie seien „auf der Flucht aus einem ‚demokratischen‘ Deutschland, um unser Leben vor der Verfolgung durch die Nazis zu retten“. Die Mutter hatte von Faschisten gesprochen, die heimlich Deutschland steuern würden. Ihr werden in Hessen 19 Fälle, vor allem von Betrug, zur Last gelegt. Eine Anhörung über ihre Auslieferung wurde am Freitag zum dritten Mal verschoben.

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