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Lost in Lesotho : Ehefrau des Premierministers per Haftbefehl gesucht

Wo ist sie jetzt? Tom Thabane 2017 mit Maesiah Thabane Bild: AFP

In Lesotho wird die Ehefrau des Premierministers per Haftbefehl gesucht. Sie wird verdächtigt, an der Ermordung der früheren Ehefrau ihres Mannes im Jahr 2017 mitgewirkt zu haben.

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          Wo ist Maesiah Thabane? Seit Anfang dieser Woche läuft in Lesotho die Suche nach der Ehefrau des Premierministers. Zunächst hieß es in den Medien, die Politikergattin in dem kleinen, bergigen Königreich, einer Enklave in Südafrika, habe das Weite gesucht. Dann wurde spekuliert, sie verstecke sich in der offiziellen Residenz in der Hauptstadt Maseru. Nicht nur die Tatsache, dass eine so prominente Person einfach von der Bildfläche verschwindet, ist bemerkenswert – noch mehr ist es der Grund dafür: Gegen die 42 Jahre alte Frau des Regierungschefs liegt ein Haftbefehl vor. Sie wird verdächtigt, an der Ermordung der früheren Ehefrau ihres Mannes im Jahr 2017 mitgewirkt zu haben. Einen Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls lehnte das Hohe Gericht vor einigen Tagen ab. Ihre Anwälte sagten vor Gericht, Thabane sei unschuldig und fürchte um ihr Leben. Deswegen könnten sie ihren Aufenthaltsort nicht preisgeben.

          Claudia Bröll

          Freie Autorin für die Wirtschaft in Südafrika.

          Mit dem Drama um Thabane spitzt sich eine schon lange währende politische Krise in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Staat zu, einem der ärmsten Länder in Afrika. Die Opposition nutzt die Mordvorwürfe, um den heute 80 Jahre alten Tom Thabane zum Rücktritt zu drängen. Aus ihrer Sicht gibt es Hinweise, dass auch er in den Anschlag verwickelt gewesen sei. Vor allem aber wird die Kritik immer lauter, der betagte Staatschef lasse sich von seiner jüngeren Ehefrau Regierungsangelegenheiten diktieren.

          Ähnlich wie einst in Zimbabwe, als Grace Mugabe die Amtsgeschäfte des greisen Robert Mugabe faktisch übernahm, wächst auch in Lesothos Regierungspartei der Widerstand gegen die machthungrige Ehefrau. Thabane stifte „Chaos in der Partei und in der Regierung“, beschwerten sich frühere Minister. Sie mische sich in die Regierungsarbeit ein, drohe widerspenstige Minister abzusetzen und stifte zu Korruption an. Wie lokale Medien berichteten, soll sie beispielsweise in Rage geraten sein, als der Sportminister den Premierminister bat, Fußballspieler vor einem Match zu begrüßen. Er könne nur mit ihrer Genehmigung mit ihrem Ehemann sprechen, wurde sie zitiert. In Interviews gab sie zu, oft wegen der „ineffizienten Arbeit“ der Regierung frustriert zu sein.

          Die frühere Ehefrau des Premierministers, Lipolelo, war im Auto auf dem Heimweg mit einem Freund erschossen worden. Der Anschlag ereignete sich nur zwei Tage vor der Vereidigung Tom Thabanes als Regierungschef. Das Paar war zu dem Zeitpunkt schon seit Jahren getrennt, soll aber über die Scheidung im Streit gewesen sein. Ein Jahr später heiratete der Premierminister Maesiah, seine dritte Ehefrau.

          Mittlerweile erregt die Krise auch in Südafrika Aufsehen. Staatspräsident Cyril Ramaphosa sandte einen Minister aus, um die Lage im Nachbarland zu erkunden. Der Finanzminister forderte überraschend auf Twitter, die kleine parlamentarische Monarchie als „zehnte Provinz“ Südafrika anzuschließen.

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