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Fehlverhalten von Beamtin : Australien statt Krankenbett

Es gibt keine schlechte Publicity: Nathalie Volk als Zeugin vor Gericht Bild: dpa

Um ihre Tochter Nathalie Volk nach Australien zum „Dschungelcamp“ zu begleiten, wollte sich eine Gymnasiallehrerin Sonderurlaub nehmen. Der wurde abgelehnt – und die Beamtin kurz darauf krank.

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          Die RTL-Fernsehsendung „Dschungelcamp“ vom vergangenen Jahr hat am Montag eine Fortsetzung vor Gericht gefunden. Auf der Anklagebank des Amtsgerichts Soltau nahm die 47 Jahre alte Mutter der Teilnehmerin Nathalie Volk Platz. Sie hatte im Januar 2016 ihre damals 19 Jahre alte Tochter zu den vierwöchigen Dreharbeiten in den australischen Dschungel begleitet. Um ihre vom Sender RTL bezahlte Reise antreten zu können, hatte die Gymnasiallehrerin sich für den Zeitraum wegen Erschöpfung und Übermüdung krankschreiben lassen, nachdem sie zuvor vergeblich bei der Schulleitung einen Antrag auf Sonderurlaub gestellt hatte.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Die Staatsanwaltschaft wirft der Beamtin vor, dass sie ihr ärztliches Attest durch wahrheitswidrige Angaben erlangt hat. Sie habe gewusst, dass sie nicht krank gewesen sei. Einen Strafbefehl über 7000 Euro hatte die Gymnasiallehrerin für Mathematik und Physik im Dezember jedoch abgelehnt und es auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen.

          „Mir hat die Reise sehr gut getan“

          „Ich dachte, ich könnte mich in Australien etwas erholen“, sagte die Pädagogin am Montag vor Gericht. „Mir hat die Reise sehr gut getan.“ Zu dem Gerichtstermin wurde die Angeklagte von ihrer Tochter begleitet. Das Model, das mittlerweile mit einem 59 Jahre alten schwerreichen Unternehmer aus Hamburg liiert ist, war als Zeugin geladen. Das Gerichtsverfahren in Soltau ist zunächst auf drei Folgen angelegt.

          Empfindlicher als das Strafverfahren vor dem Amtsgericht könnte die Lehrerin ein Disziplinarverfahren treffen, das die niedersächsische Landesschulbehörde gegen sie führt. Kurz nach dem Bekanntwerden der Reise nach Australien im vergangenen Winter hatten Elternvertreter kritisiert, dass die Lehrerin trotz ihrer fragwürdigen Absenz weiter an ihrem Soltauer Gymnasium unterrichten durfte. Die Frau sei nicht mehr tragbar an der Schule. Die Elternvertreter forderten ein scharfes Einschreiten der Behörden gegen die Beamtin. Eine Versetzung lehnte die Lehrerin jedoch ab.

          In der Folge unterrichtete sie über mehrere Monate hinweg gar nicht mehr, erhielt jedoch weiter ihre vollen Bezüge. Von Oktober vergangenen Jahres an wurde sie dann an eine andere Schule abgeordnet. Nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen im Januar suspendierte die Landesschulbehörde die Lehrerin. Ihre Bezüge sind seitdem um die Hälfte gekürzt.

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