https://www.faz.net/-gum-9v454

Ermittlungen gegen Lehrer : „So etwas wie dich hätte man früher vergast“

  • Aktualisiert am

Vor versammelter Klasse soll der Lehrer die rassistische Äußerung getätigt haben (Symbolbild). Bild: dpa

Ein Lehrer soll einen Schüler, dessen Vater aus dem Libanon kommt, vor versammelter Klasse rassistisch beleidigt haben. Die Klassenkameraden bestätigen die Aussage. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

          1 Min.

          Gegen einen Lehrer an einer Schule im nordrhein-westfälischen Hilden wird wegen Beleidigung eines Schülers mit Migrationshintergrund ermittelt. Der Lehrer soll an einer Schule vor der gesamten Klasse zu dem Schüler gesagt haben: „Du hast hier schon mal überhaupt nicht zu grinsen. So etwas wie dich hätte man früher vergast.“ Die Ermittlungen dauerten noch an, sagte eine Sprecherin der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Montag.

          RTL hatte zuerst über den Fall berichtet: Im Juni 2019 soll sich der Mathelehrer entsprechend geäußert haben. Die deutsche Mutter des Schülers mit libanesischem Vater habe Strafanzeige erstattet. Mehrere Mitschüler hätten als Zeugen bestätigt, dass die Aussage so gefallen sei.

          „Für mich war klar, dass das seine Haltung zu nicht-deutschen Kindern ist“, erklärte die Mutter des Schülers dem RTL-Magazin „Punkt 12“. „Es war an diesem Tag unruhig in der Schulklasse, mein Sohn hat dann auch gegrinst“, erzählt die Mutter des 14 Jahre alten Schülers Karem. Daraufhin soll der Lehrer die Aussage getätigt haben. Ihr Sohn habe inzwischen die Schule gewechselt, der Lehrer unterrichte dort weiterhin.

          Ein Sprecher der Evangelischen Kirche im Rheinland – Träger der Schule – sagte, der Vorgang habe sich kurz vor den Sommerferien zugetragen. Es sei daraufhin ein innerkirchliches Verfahren gegen den Lehrer eingeleitet und dann ausgesetzt worden. Wie üblich werde man zunächst den Ausgang der strafrechtlichen Ermittlungen abwarten. Es sei zunächst keine Suspendierung des Pädagogen erfolgt. Die Gründe dafür seien vertraulich und könnten deshalb nicht öffentlich genannt werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.