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Landgericht Rostock : Manager von Pleitefonds der Volkssolidarität muss ins Gefängnis

  • Aktualisiert am

Mit einem Schneeball-System soll der Geschäftsführer die Anleger betrogen haben. Bild: dpa

Mehr als 1000 ältere Menschen hat der Geschäftsführer zweier Verbände der Volkssolidarität um ihre Ersparnisse gebracht. Der Schaden betrug mehr als eine Million Euro. Das Landgericht Rostock verurteilte den Manager wegen gewerbsmäßigen Betrugs.

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          Im Prozess um die Millionenpleite zweier Fonds von Kreisverbänden der Volkssolidarität ist der ehemalige Geschäftsführer zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Rostock sah es als erwiesen an, dass sich der heute 64 Jahre alte Mann der Insolvenzverschleppung und des gewerbsmäßigen Betrugs schuldig gemacht hat. Er hatte mit einem anderen Mann 1996 und 1998 die Fonds der Volkssolidaritäts-Verbände Mecklenburg Mitte und Bad Doberan/Rostock-Land initiiert, in denen rund 9,5 Millionen Euro versickert sein sollen.

          1,1 Millionen Euro Schaden

          Rund 1600 meist ältere Menschen waren so um teils große Teile ihre Ersparnisse gebracht worden. Ein Anwalt der Senioren hatte wie die Staatsanwaltschaft von einem Schneeballsystem gesprochen: Auszahlungen wurden mit Neueinlagen finanziert.

          Angeklagt waren 144 Fälle mit einem Schaden von 1,1 Millionen Euro zwischen Juli 2004 bis Oktober 2005, die Fälle davor waren verjährt. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und acht Monate Haft gefordert. Der Verteidiger plädierte beim Anklagepunkt Insolvenzverschleppung auf Freispruch. Beim Vorwurf des Betrugs hatte er keine Empfehlung abgegeben, da nahezu alle Anträge zum Beweis der Unschuld seines Mandanten vom Gericht abgelehnt worden seien.

          Der Angeklagte hatte in seinem Schlusswort vergangene Woche den Verlust für die Anleger bedauert, eine Verantwortung dafür lehnte er aber ab. Nachdem Berater von den Problemen der Fonds berichteten und seine Rettungsvorschläge vom Verband abgelehnt worden seien, habe er 2005 seine Aufgabe beendet. Für das Vorgehen bis zur Insolvenz 2009 fühlte er sich nicht verantwortlich. Der zweite Mann, der an den Vorgängen beteiligt gewesen sein soll, muss nicht vor Gericht. Er ist nicht verhandlungsfähig.

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