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Landgericht Berlin : Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafen für den Tod von Jonny K.

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Die Angeklagten verbergen im Gerichtssaal ihre Gesichter hinter Zeitungen. Bild: dpa

Im Oktober 2012 wurde Jonny K. am Alexanderplatz in Berlin zu Tode geprügelt. Die Staatsanwaltschaft fordert nun bis zu fünfeinhalb Jahre Haft für die Angeklagten. Die Verteidigung sagt, eine Schuld am Tod des Opfers sei nicht nachzuweisen.

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          Im Verfahren gegen sechs junge Männer, die wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht stehen, hat am Montag die Staatsanwaltschaft plädiert. Für den als Haupttäter geltenden 20 Jahre alten Onur U. forderte der Staatsanwalt eine Gefängnisstrafe von fünfeinhalb Jahren, für die anderen Strafen zwischen zweieinhalb und drei Jahren. U. habe mit einem grund- und anlasslosen Faustschlag ins Gesicht von Jonny K. die anderen zu Gewalt angestachelt. Die Tat sei völlig grundlos gewesen. Für fünf Mitangeklagte beantragte der Staatsanwalt Haftstrafen zwischen zweieinhalb und drei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

          Die Angeklagten hatten zwar Schläge und Tritte gegen Jonny K. eingestanden, aber keine Verantwortung für seinen Tod übernommen. Jonny K. starb im Oktober 2012 an Gehirnblutungen. Laut Staatsanwaltschaft konnte nicht eindeutig geklärt werden, ob diese durch den Sturz auf den Boden oder Tritte gegen den Kopf ausgelöst wurden. Sein Freund und der Lebensgefährte von Jonnys Schwester Tina wurde durch Faustschläge im Gesicht schwer verletzt. Der grundlose Angriff in der Öffentlichkeit habe das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung beeinträchtigt, argumentierte der Ankläger.

          Laut Plädoyer von Verteidiger Axel Weimann ist eine Schuld von Onur U. in Bezug auf Jonnys Tod nicht nachzuweisen. Sollte das Gericht dennoch zu einem anderen Schluss kommen, sei aus einer Sicht nur eine Bewährungsstrafe denkbar. Wegen der Prügel gegen Jonnys Freund beantragte der Verteidiger eine Strafe, die auf Bewährung auszusetzen sei. Onur U. hatte eigenen Angaben zufolge Jonny K. nicht geschlagen, sondern dessen Freund.

          Der Anwalt von Jonny K.s Familie machte alle Angeklagten verantwortlich. Das Verhalten nach der Tat „war feige und ohne Ehre“, sagte Jörg Rehmsmeier. Die jungen Männer hatten sich nicht gekannt. Sie waren nach Feiern in Lokalen am Alexanderplatz zufällig aufeinandergetroffen.

          Auch Nebenkläger Roland Weber betonte, egal, wie das Urteil ausfalle, alle seien an einem ungeheuerlichen Geschehen beteiligt. „Ein junger Mann wird einfach so totgeschlagen, in der Öffentlichkeit und aus völlig banalem Anlass“, begründete Weber die enorme Anteilnahme. Viele haben sich gefragt, ob der Alexanderplatz ein Hort des Verbrechens sei. Wann das Urteil verkündet wird, ist bisher unklar.

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