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„Kunst darf nicht alles“ : Künstler muss Reinigung des Jodl-Grabs bezahlen

Das Grab auf dem Friedhof auf der Fraueninsel im Chiemsee Bild: dpa

Weil auf dem Grabstein auch eines Kriegsverbrechers gedacht wird, hat Wolfram Kastner das Steinkreuz am Grab der Familie Jodl beschmiert. Dafür muss er jetzt bezahlen. Der gute Zweck heiligt nicht die Mittel, urteilt das Gericht.

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          Die rote Farbe verlief über dem Steinkreuz wie eine Blutspur. Mit roter Farbe war auch das Wort „Kriegsverbrecher“ darauf geschrieben. Farbe, ein herausgebrochener Buchstabe, zusätzliche „Info-Tafeln“ – viermal ist das Steinkreuz am Grab der Familie Jodl auf der Fraueninsel im Chiemsee schon Ziel der Aktionen von Wolfram Kastner geworden. Kastner, der sich selbst als Künstler sieht, wollte damit auf den „unerträglichen Missstand“ aufmerksam machen, dass auf dem Grabstein auch des Kriegsverbrechers Alfred Jodl gedacht wird – mit Abbild des „Eisernen Kreuzes“ und Nennung seines Militärranges. Begraben ist Jodl dort nicht: Er wurde als Kriegsverbrecher verurteilt und 1946 hingerichtet, seine Asche wurde verstreut. Nur seine Ehefrauen und weitere Angehörige sind in dem Grab bestattet.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Kastner wurde vom Inhaber des Nutzungsrechts des Familiengrabes auf Schadenersatz in Höhe von 4088,34 Euro für Reinigung und Reparatur des Grabsteins verklagt. Das Amtsgericht München gab der Klage im März dieses Jahres statt: Weder stellt das Steinkreuz demnach eine Volksverhetzung dar, noch rechtfertigt die „Meinungs-und Kunstfreiheit“ die Verletzung des Eigentums. Kastner legte dagegen Berufung ein.

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