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Schulden in Milliarden-Höhe : Haftbefehl für mächtigsten kroatischen Unternehmer

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Der Unternehmer Ivica Todoric vor seinem Familienanwesen kurz bevor ein internationaler Haftbefehl gegen ihn erlassen wird. Bild: REUTERS

Er hat sein Unternehmen zum größten Lebensmittelkonzern des Balkans gemacht – rund 60.000 Menschen arbeiteten für ihn. Jetzt ist der kroatische Unternehmer Ivica Todorić auf der Flucht.

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          Die Staatsanwaltschaft im EU- und Nato-Staat Kroatien sucht den mächtigsten Unternehmer des Landes mit internationalem Haftbefehl. Die Strafverfolgungsbehörde habe am Samstag in Zagreb einen entsprechenden Haftbefehl für Ivica Todorić ausgestellt, bestätigte ein Sprecher. Dem 66-Jährigen werden Bilanzfälschung und Konkursverschleppung vorgeworfen. Todorić hatte über Jahrzehnte den in der gesamten Balkanregion mit Abstand größten Lebensmittel- und Handelskonzern Agrokor aufgebaut, der jetzt bankrott ist. Nach unbestätigten Berichten soll der Geschäftsmann in London untergetaucht sein.

          Der Konzern Agrokor ist mit schätzungsweise sechs Milliarden Euro verschuldet. Allein bei der russischen Sberbank betragen die Verbindlichkeiten eine Milliarde Euro. Zuletzt war das bereits angeschlagene Unternehmen nur mit neuen russischen Krediten am Leben gehalten worden. Staatspräsidentin Kolinda Grabar-Kitarovic hatte die Finanzprobleme in dieser Woche auch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin besprochen.

          Die kroatische Regierung hatte Agrokor per Sondergesetz übernommen, um den Konkurs doch noch abzuwenden. Eigentümer Todorić hatte dagegen behauptet, ihm sei sein Unternehmen gestohlen worden. Der Konzern hat mit seinen 60.000 Beschäftigten überragende Bedeutung für die Wirtschaft des kleinen Kroatien.

          Regierungskritiker hatten bemängelt, dass die Politik seit Jahrzehnten mit Todorić „gekungelt“ habe. Nur so habe der Geschäftsmann ein solches Riesenunternehmen aufbauen können. Nach Medienberichten sollen führende Politiker, darunter auch ein amtierender Minister, zeitweise in dem Unternehmen in leitenden Positionen gearbeitet haben und in den Skandal verstrickt sein.

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