Krimineller Arzt : 15 Jahre Haft wegen unnötiger Operationen
Der britische Arzt Ian Paterson ist wegen unnötiger Operationen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Nottingham sah es als erwiesen an, dass er in mindestens zehn Fällen Brustamputationen vorgenommen hat, obwohl keine medizinische Indikation erkennbar gewesen sei. Die Jury sprach von „obskuren Motiven“, zu denen auch Geldgier gehört haben könnte. Paterson habe zwischen 1997 und 2011 „extensive, lebensverändernde Operationen ohne medizinisch zu rechtfertigende Gründe“ durchgeführt, hieß es in der Urteilsbegründung.
Er habe Krebsdiagnosen übertrieben und systematisch übliche Behandlungsmethoden außer Acht gelassen und für umfassendere Eingriffe plädiert.
Der 59 Jahre alte Arzt war bereits im April wegen vorsätzlicher Körperverletzung schuldig gesprochen worden. Der staatliche Gesundheitsdienst NHS zahlte in den vergangenen Jahren etwa zwölf Millionen Euro Schadenersatz an mehr als 250 Patienten des Chirurgen. Insgesamt sollen mehr als 1000 Menschen von den Praktiken betroffen sein.

