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Kriminalstatistik 2019 : Starke Zunahme bei Kinderpornografie und Missbrauch

  • Aktualisiert am

Alles im Griff? Bild: dpa

Im vergangenen Jahr hat die Polizei 65 Prozent mehr Fälle von Kinderpornografie registriert als 2018. Als zweiten Schwerpunkt nannte der Bundesinnenminister den Kampf gegen Rechtsextremismus. Insgesamt ist die Kriminalitätsrate jedoch rückläufig.

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          Die Polizei hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Fälle des sexuellen Missbrauchs und der Verbreitung von Kinderpornografie registriert. Die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen von Kindern stieg 2019 um rund 65 Prozent, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Registriert wurden demnach 12.262 Fälle. Fälle von Kindesmissbrauch summierten sich im vergangenen Jahr auf 13.670. Das bedeutet einen Anstieg um elf Prozent.

          Fälle von Verbreitung, Besitz oder Herstellung jugendpornografischer Schriften stiegen der Statistik zufolge um 24 Prozent auf insgesamt 1.991. Die Zunahme im Bereich Kinderpornografie bezeichnete Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) als „dramatisch“, betonte aber zugleich, dies sei auch dadurch zu erklären, dass mehr Fälle vom Dunkel- ins Hellfeld gerückt worden seien. Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Organisation NCMEC und deutschen Internetbeschwerdestellen habe zu deutlich mehr Hinweisen und Ermittlungsansätzen geführt.

          Auch beim sexuellen Missbrauch von Kindern war eine deutliche Zunahme zu verzeichnen, und zwar 10,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank die „Gewaltkriminalität“ hingegen geringfügig um 2,3 Prozent. Bei der Computerkriminalität gab es ein Plus von 11,3 Prozent.

          Rückgang bei Diebstählen

          Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet insgesamt trotz Bevölkerungszunahme für das Jahr 2019 einen Rückgang der Kriminalität um 2,3 Prozent. Herausgerechnet sind dabei ausländerrechtliche Verstöße wie der Aufenthalt ohne entsprechende Erlaubnis. Seehofer und der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der Thüringer Ressortchef Georg Maier (SPD), betonten als zweiten Schwerpunkt im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung den Kampf gegen Rechtsextremismus. Die rechtsextrem motivierten Anschläge hätten gezeigt, dass sich die Szene weiter radikalisiere, sagte Maier. Seehofer betonte abermals, der Rechtsextremismus sei derzeit die größte Bedrohung im Land.

          Bei der Gesamtzahl der Diebstähle weist die Kriminalbilanz einen Rückgang von 5,9 Prozent auf 1,8 Millionen aus. Es handelt sich dabei um den niedrigsten Wert seit 1987. Besonders stark – und zwar um 10,6 Prozent – gingen die Wohnungseinbrüche zurück. Taschendiebstähle gingen um 9,7 Prozent zurück.

          Die Kriminalitätsstatistik enthält keine aufgeschlüsselten Daten zu politisch motivierter Kriminalität, sogenannten Staatsschutzdelikten. Diese werden in aller Regel gesondert vorgestellt. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Statistik in diesem Jahr nicht wie üblich bei einer Pressekonferenz erläutert, sondern mit Bewertungen im Internet veröffentlicht.

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