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Kriminalität : Rassistischer Überfall in Potsdam

  • Aktualisiert am

Haltestelle Charlottenhof: Hier geschah der Überfall Bild: dpa/dpaweb

Der Überfall auf einen aus Äthiopien stammenden Deutschen am Ostersonntag hat einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und hat 5000 Euro Belohnung ausgesetzt.

          Der Überfall auf einen aus Äthiopien stammenden Deutschen in Potsdam hat einen ausländerfeindlichen Hintergrund. Das teilte die Polizei am Montag mit. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes und hat für Hinweise zur Aufklärung des Falls eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

          Bei dem Überfall war der Mann am Sonntag morgen so schwer mißhandelt worden, daß er auch am Tag danach noch in Lebensgefahr schwebte. Der 37 Jahre alte Wasserbauingenieur wurde nach Behördenangaben in der Nacht zum Ostersonntag gegen 4.00 Uhr morgens an einer Straßenbahnhaltestelle am Bahnhof Charlottenhof in Potsdam-West von zwei Tätern zusammengeschlagen, bei denen es sich auch um einen Mann und eine Frau gehandelt haben könne. Ein Taxifahrer habe das Opfer gefunden und die Täter kurz verfolgt. Er habe einen der Angreifer als sehr kurzhaarig beschrieben.

          Streit auf Mailbox aufgezeichnet

          Die Polizei geht von einem fremdenfeindlichen Hintergrund der Tat aus. Der farbige Mann habe noch während der Auseinandersetzung seine Frau angerufen. Auf der Mailbox sei ein Teil des Streits zu hören. Dabei sei das Wort „Nigger“ gefallen. Der Vater zweier Kinder erlitt schwerste Schädel- und Knochenverletzungen, er wurde in ein künstliches Koma versetzt. Verletzungen wurden auch am Brustbein, an den Rippen und im Gesicht festgestellt.

          Innenminister Schönbohm kündigt eine entschlossene Suche nach den Tätern an

          Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm verurteilte die Tat und kündigte eine entschlossene Suche nach den Tätern an. „Wir dulden in diesem Lande nicht, daß Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder politischen Haltung von Extremisten verfolgt, zusammengeschlagen oder gar ermordet werden“, sagte Schönbohm.

          Oberbürgermeister entsetzt

          Der CDU-Politiker bat die Bevölkerung, bei der Aufklärung der Tat zu helfen. Er begrüßte die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, für Hinweise zur Ergreifung der Täter eine Belohnung von 5000 Euro auszusetzen. Ein Sprecher der Behörde sagte, es werde wegen versuchten Mordes aus niederen Beweggründen sowie wegen schweren Raubes ermittelt. Dem Opfer waren auch Bargeld und ein Schlüssel gestohlen worden.

          Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nannte die Tat „verabscheuenswürdig“. Derartig schwere Angriffe gegen Menschen ausländischer Herkunft habe es in der Landeshauptstadt noch nicht gegeben. Die Brutalität beunruhige in höchstem Maße.

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