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Kriminalität : Doppelmord aus Blutrache

  • Aktualisiert am

Der Angeklagte vor der Urteilssprechung Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Ein 34jähriger Albaner ist vom Landgericht Konstanz zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Er hatte seine frühere Freundin und deren Ehemann mit zahllosen Schüssen niedergestreckt.

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          Zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilte das Landgericht Konstanz am Mittwoch einen 34 Jahre alten Albaner aus Mazedonien. Der seit seinem 15. Lebensjahr in Deutschland lebende Mann wurde wegen Mordes an seiner früheren Freundin und deren Ehemann schuldig gesprochen. Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte er seiner damals 30 Jahre alten früheren Freundin und deren Ehemann nachts aufgelauert und das im Auto sitzende Paar mit zahllosen Schüssen niedergestreckt. Mit im Fahrzeug befanden sich die vier Jahre alte Tochter und ein neun Monate altes Kind des Paares.

          Die Kinder blieben unverletzt. Das Gericht wertete die Tat als kaltblütigen Racheakt, weil es die albanische Frau vor Jahren in Berlin gewagt habe, sich vom Angeklagten zu trennen und ihn als Vergewaltiger anzuzeigen. Er war damals zu mehr als fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Täter gab vor dem Konstanzer Gericht an, er habe mit seiner früheren Freundin im Sinne der „alten Tradition“ nur sprechen und seine Ehre wiederherstellen wollen. Nach der damaligen Haftverbüßung in Berlin wurde er nach Mazedonien abgeschoben.

          Russische Pistole im Gepäck

          In der Heimat bedrohte er Familienmitglieder der früheren Freundin und verlangte Genugtuung für die erlittene Schmach. Fieberhaft befragte er Freunde und Verwandte nach dem Wohnort der inzwischen verheirateten Frau, die sich aus Angst vor Blutrache in den Süden des Landes, nach Konstanz, geflüchtet hatte.

          Mit einer russischen Pistole im Gepäck reiste der spätere Täter quer durch Europa, in die Schweiz und von dort über einen unbewachten Grenzübergang am Konstanzer Seeufer nach Deutschland ein. Nach der nächtlichen Tat wartete der Täter, die weinenden Kinder im Arm, auf die Polizei. Das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete nach Verbüßung der lebenslangen Freiheitsstrafe Sicherungsverwahrung an, weil auch den Angehörigen der getöteten Frau weiterhin die Rache des Mannes drohe.

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