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Studie des Landeskriminalamts : Kriminalität bei Jugendlichen geht in Bayern zurück

Angeklagter im Landgericht Bamberg Bild: dpa

Die Jugend von heute – wird in Bayern immer seltener kriminell. Eine Ausnahme stellte das Jahr 2016 dar. Besonderes Augenmerk richtete die Studie des Landeskriminalamts auf Messerangriffe.

          In Bayern hat die Anzahl der Tatverdächtigen unter Jugendlichen und Heranwachsenden in den vergangenen zehn Jahre konstant abgenommen. Das ist ein wesentliches Ergebnis der Studie „Kriminalität und Viktimisierung junger Menschen in Bayern 2017“, die das bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag vorgestellt hat. Der Fokus lag dabei auf Tatverdächtigen im Alter zwischen acht und zwanzig Jahren, untersucht wurden Delikte wie Diebstahl, Raub, Körperverletzung, Rauschgiftkriminalität und Sachbeschädigung.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Insbesondere die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen (zwischen 14 und 17 Jahren) hat sich dabei von 2008 bis 2017 um rund 36 Prozent reduziert. Bei den Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) ging die Anzahl der Tatverdächtigen um rund acht Prozent zurück. Bei den Kindern (acht bis 12 Jahre) ist von 2008 bis 2015 ein bemerkenswerter Rückgang von mehr als 50 Prozent zu verzeichnen. Allerdings nahm hier die Anzahl 2016 und 2017 wieder leicht zu.

          Das Jahr 2016 stellt insgesamt eine Ausnahme dar: Hier stiegen die Werte für alle Altersgruppen kurzfristig an. Laut LKA kann der Anstieg unter Jugendlichen und Heranwachsenden „mit der starken Zuwanderungsbewegung“ zusammenhängen. So erscheint demnach auch bei der Gewaltkriminalität die Zuwanderung als Einflussfaktor: Von 2015 auf 2016 stiegen die Tatverdächtigenzahlen um 15 Prozent und um rund 20 Prozent kurzfristig deutlich an, bevor sich ihr Abwärtstrend der zurückliegenden Jahre 2017 fortsetzte.

          Besonderes Augenmerk richtete die Studie auf Messerangriffe. So waren 2017 rund 4280 junge Tatverdächtige in diesem Zusammenhang polizeilich registriert. Zwei Drittel der Tatverdächtigen sind Heranwachsende, fast ein Drittel Jugendliche. Die Hälfte der Tatverdächtigen hat keine deutsche Staatsangehörigkeit. Laut Studie sind „ein großer Teil“ davon Zuwanderer. Die Messerangriffe haben sich überwiegend gegen andere Zuwanderer gerichtet. Niemand wurde getötet, überwiegend erlitten die Opfer leichte Verletzungen.

          Insgesamt war im Jahr 2017, wie schon in den Jahren zuvor, jeder fünfte Tatverdächtige ein Kind, ein Jugendlicher oder ein Heranwachsender. Ähnlich verhält es sich bei den Opfern: Rund 23 Prozent aller Opfer waren junge Menschen. Damit ist etwa jedes vierte bis fünfte Opfer einer Straftat zwischen acht und 20 Jahren alt.

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