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Korruption in Rumänien : Kunst statt Wurst

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Station einer Politiker-Karriere: Der frühere Finanzminister Rumäniens, Darius Valcov, wird festgenommen. Bild: AP

Vor Jahren ließ sich ein rumänischer Staatsdiener noch mit Schnaps und Würsten bestechen, heute sind es teure Gemälde und Millionen, die ein korrupter Minister angehäuft hat. Ob dazu nur Geheimtreffen auf Friedhöfen nötig waren, ist fraglich.

          Die Ermittler der rumänischen Antikorruptionsbehörde DNA haben am Wochenende eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Bei der Durchsuchung der Häuser und Wohnungen des sozialdemokratischen Finanzministers Darius Valcov fanden sie nicht nur die bei korrupten Politikern beliebten Devisen (82.000 Euro) und Goldbarren (drei Kilogramm), sondern auch eine stattliche Gemäldesammlung mit mehr als 100 Bildern rumänischer und ausländischer Provenienz, darunter einen Renoir, einen Cocteau, drei Picasso und einen Warhol.

          Zwar hatte die Staatsanwaltschaft schon mehrmals auch Kunstwerke beschlagnahmt, etwa bei dem ob seines feinen Geschmacks geschätzten ehemaligen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Adrian Nastase, aber die von Valcov in seiner früheren Funktion als Bürgermeister der walachischen Kreishauptstadt Slatina angehäufte Sammlung geht ihrem Wert und ihrer Bedeutung nach weit über ein paar alte Vasen aus China und Gobelins aus Frankreich hinaus. Erst recht wird der kulturelle Fortschritt deutlich, wenn man den jüngsten Fall an Großkorruption mit einem der ersten seiner Art vergleicht, der Bestechung des Agrarminister Decebal Traian Remes im Jahr 2007: Remes ließ sich seine Dienste noch mit Schnaps und Würsten abgelten.

          Anklage vor zwei Wochen

          Gegen Valcov erhob die Staatsanwaltschaft vor zwei Wochen Anklage. Er soll, hieß es zunächst, in den Jahren 2009 bis 2012 bei jedem städtischen Auftrag auf dem Gebiet der Wasserbewirtschaftung 20 Prozent an Provision kassiert haben, insgesamt fast zwei Millionen Euro. Aus Furcht, abgehört zu werden, soll er sich mit den Repräsentanten des betreffenden Unternehmens vorzugsweise auf dem städtischen Friedhof getroffen haben. Der Betrag dürfte nach der jüngsten Entdeckung allerdings merklich nach oben revidiert werden, denn die lumpigen Friedhofsmillionen reichen wohl nicht aus, um die Besitztümer des Ministers zu erklären.

          Als die Anklage gegen Valcov bekannt wurde, pries ihn Ministerpräsident Victor Ponta als den „besten Minister meiner Regierung“. An den Fähigkeiten des Mannes, dem es gelang, über den Weg der Politik aus dem Schatten bescheidener Verhältnisse zu treten, wird nicht gezweifelt. Zu klären wird sein, wie er es schaffte, beim Import der Bilder Zoll und Finanzamt zu umgehen. Und vielleicht wäre sein Fall auch eine gute Gelegenheit, wieder einmal die Funktion des internationalen Kunstmarkts als Geldwaschanlage zu untersuchen.

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