https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kindesmissbrauch-kardinal-pell-zu-sechs-jahren-haft-verurteilt-16086129.html

Kindesmissbrauch : Kardinal Pell zu sechs Jahren Haft verurteilt

  • Aktualisiert am

Kardinal George Pell erscheint vor Gericht. Bild: AP

Der 77-jährige ehemalige Finanzchef des Vatikans wird das Gefängnis möglicherweise nicht mehr lebend verlassen. Seine Anwälte haben Berufung angekündigt.

          1 Min.

          Der des Kindesmissbrauchs schuldig gesprochene australische Kurienkardinal George Pell ist zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Richter Peter Kidd verkündete das Strafmaß gegen den langjährigen Finanzchef des Vatikan am Mittwoch in Melbourne. Einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung darf der einstige Papst-Vertraute demnach frühestens nach drei Jahren und acht Monaten Haft stellen. Richter Kidd sagte, der 77-Jährige werde das Gefängnis möglicherweise nicht mehr lebend verlassen.

          Pell war im Dezember schuldig gesprochen worden, sich Mitte der 90er Jahre in der Kathedrale von Melbourne an zwei Chorknaben vergangen zu haben.

          Der damalige Erzbischof von Melbourne soll sich 1996 in der Sakristei vor den Jungen entblößt, sie unsittlich berührt und einen von ihnen zum Oralsex gezwungen haben. Im folgenden Jahr soll er sich abermals an einem der Jungen vergangen haben.

          Er wurde deswegen im Dezember in fünf Anklagepunkten für schuldig befunden. Gedroht hätten ihm bis zu 50 Jahre Haft.

          Pell, lange die Nummer drei im Vatikan, ist der bisher ranghöchste Vertreter der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen wurde. Der Kardinal hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte haben Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt.

          In seinen live im Fernsehen übertragenen Ausführungen stellte Richter Kidd am Mittwoch klar, dass er den Kardinal nicht zum „Sündenbock“ für Vergehen der katholischen Kirche machen werde. „Ich richte nicht über die katholische Kirche.“ Das Strafmaß richte sich nach den Vergehen des 77-Jährigen. Zugleich beklagte der Richter, in der Öffentlichkeit habe es teilweise eine „Lynchmob-Mentalität“ gegeben.

          Topmeldungen

          Der 71-jährige Wladimir Wassiljewitsch steht im Hof des zerstörten Hauses seiner Verwandten in der ostukrainischen Stadt Slowjansk am 3.Juli 2022.

          Russlands Angriffskrieg : Kreml: Westen steht Friedensverhandlungen im Wege

          Russische Truppen sind weiter auf dem Vormarsch im Osten der Ukraine. Bei russischen Raketenangriffen auf Slowjansk wurden Bürgermeister Wadym Ljach zufolge sechs Menschen getötet und 15 verwundet. Der Kreml wirft dem Westen Kriegstreiberei vor. Die Nacht im Überblick.
          Einsatzkräfte am Fields-Einkaufszentrum in Kopenhagen nachdem dort Schüsse gefallen sind

          Kopenhagen : Mindestens drei Tote nach Schüssen in Einkaufszentrum

          In einem Einkaufszentrum in Kopenhagen sind am Sonntag mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden drei weitere Menschen schwer verletzt. Kurz nach den Schüssen wurde ein 22 Jahre alter Däne festgenommen.
          Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko (r.) am 25. Juni 2022 in St. Petersburg

          Ukraine-Liveblog : Lukaschenko: "Praktisch eine Armee mit Russland"

          Selenskyj: „Die Ukraine gibt nichts verloren“ +++ Ukraine bestätigt Truppenabzug aus Lyssytschansk +++ Steinmeier: Ukraine nicht an Verhandlungstisch drängen +++ Tote in russischer Grenzstadt Belgorod nach Explosionen +++ alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.