https://www.faz.net/-gum-9t5xm

Mehrere Fälle in NRW : Siebter Verdächtiger wegen Kindesmissbrauch festgenommen

  • -Aktualisiert am

Die Polizei wertet unter anderem zahlreiche Datenträger aus. (Symbolfoto) Bild: dpa

Die Zahl der Verdächtigen im Fall von schwerem Kindesmissbrauch in Nordrhein-Westfalen steigt auf sieben. Bislang sind der Polizei acht Opfer bekannt, die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.

          1 Min.

          Im Rahmen der Ermittlungen gegen einen Pädokriminellen-Ring ist am Samstag in Nordrhein-Westfalen ein siebter Verdächtiger festgenommen worden. Wie das federführende Polizeipräsidium Köln mitteilte, besteht gegen den 57 Jahre alten Mann aus Alsdorf bei Aachen der Verdacht des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern. Alleine die Durchsuchung seines Hauses werde wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen. Weitere Angaben wollten die Polizei und die nordrhein-westfälische Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) bei der Staatsanwaltschaft Köln nicht machen.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Mittlerweile ermitteln rund 150 Beamte aus ganz NRW in dem Fall, dessen Dimension sich noch immer nicht abschätzen lässt. Man müsse damit rechnen, dass sie die Ermittlungen auf andere Bundesländer und möglicherweise bis ins Ausland ausweiten könnten, heißt es aus Sicherheitskreisen. Ende Oktober waren zunächst vier Männer in Hessen und Nordrhein-Westfalen festgenommen worden, die ihre eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben sollen. Wenig später wurden zwei weitere Verdächtige in Krefeld und Aachen gefasst, von denen dann auch eine Spur zu dem nun in Alsdorf festgenommenen Mann führte.

          Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es nach Erkenntnis von Polizei und Staatsanwaltschaft bisher mindestens acht Opfer im Alter von ein bis elf Jahren. Ihren Ausgang hatten die Ermittlungen bei einem Familienvater in Bergisch Gladbach genommen, bei dem auf diversen Datenträgern große Mengen von Bildern und Filmen gefunden wurden, die ihn und andere Männer bei schweren Missbrauchstaten zeigen sollen. Bis zur Festnahme des Mannes in Alsdorf am Freitag hatten die Beamten schon die enorme Datenmenge von zehn Terabyte sichergestellt.

          Nach Erkenntnissen der Ermittler haben die Verdächtigen die Dateien untereinander und mit einem großen Kreis bisher nicht identifizierter Personen per Messengerdienst getauscht. Allein eine der Chat-Gruppen soll weit mehr als 1000 Mitglieder gehabt haben. Polizei und Staatsanwaltschaft betonen immer wieder, dass unbekannte Täter nach wie vor aktiv sein könnten und die Flut an sichergestellten Bildern und Videos deshalb im Sinne der Gefahrenabwehr und Opferschutzes so rasch wie möglich gesichtet werden müsse.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.