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Kinderbesuch im Gefängnis : Bis in zwei Wochen

  • -Aktualisiert am

Bis in zwei Wochen: Ein Junge verabschiedet sich nach dem Gruppennachmittag im Gefängnis von seinem Vater. Bild: Daniel Pilar

Alle 14 Tage hört man Kinderlachen – und das im Gefängnis. In Hamburg dürfen Kinder ihre Väter in der Haftanstalt besuchen. Zu Gast bei einer ungewöhnlichen Vater-Kind-Gruppe.

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          Die Kleine in den pinkfarbenen Schuhen hüpft mit wippenden Zöpfen durch die Sicherheitsschleuse. Der Metalldetektor piept, sie kichert aufgeregt. Die Beamtin hinter der Glasscheibe schaut von ihrem Monitor auf und ermahnt sie.

          Ein paar ältere Kinder haben Handys und Kleingeld in Kästen gelegt und warten darauf, dass sie an die Reihe kommen. Nele, ein etwa vier Jahre altes Mädchen, schüchtern, mit dicken Locken und rauher Stimme, klammert sich an Betreuerin Anna Klausutis.

          Die Personenkontrolle am Eingang der Untersuchungshaftanstalt Hamburg ist Routine für die Jungen und Mädchen. Alle 14 Tage kommen sie, um Zeit mit ihren Vätern zu verbringen. Möglich ist das nur, weil es seit gut einem Jahr die Vater-Kind-Gruppe gibt.

          Jede offene Tür wird abgeschlossen

          Anna Klausutis, eine zierliche junge Frau mit großen braunen Augen, nimmt die Kleinsten an die Hand und stapft mit allen zusammen die Treppen hoch. Ein Ermittler vom Zoll schließt sich der Gruppe an. Neles Vater sitzt wegen eines Delikts, das in seine Zuständigkeit fällt. Ohne Beobachtung darf er keinen Besuch empfangen. Die Kinder beachten ihn kaum. Klausutis verwickelt sie in Gespräche, sie erzählen von Schulausflügen und Geburtstagsfeiern.

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