https://www.faz.net/-gum-904yz

Keine Gegenwehr bei Festnahme : Kettensägen-Angreifer hatte Armbrüste im Gepäck

  • Aktualisiert am

Major Ravi Landolt, Vorsitzender der Schaffhauser Polizei, sagte: Der Verdächtige sei bei der Festnahme alleine zu Fuß unterwegs gewesen. Bild: dpa

Pfeile, angespitzte Holzstücke und geladene Armbrüste hatte der mutmaßliche Angreifer von Schaffhausen bei seiner Festnahme bei sich. Von der Kettensäge fehlt noch jede Spur.

          Mit geladenen Armbrüsten im Gepäck hat die Schweizer Polizei den mutmaßlichen Kettensägen-Angreifer von Schaffhausen aufgegriffen. Franz W. habe bei der Festnahme zudem Pfeile und angespitzte Holzstücke bei sich gehabt, sagte der zuständige Schweizer Staatsanwalt Peter Sticher am Mittwoch in Schaffhausen. Von der Kettensäge als mutmaßlicher Tatwaffe fehle dagegen jede Spur – sie sei zunächst nicht sichergestellt worden. Auch über das Motiv des Mannes sei noch nichts bekannt. Ein Gericht werde nun über die Anordnung einer Untersuchungshaft entscheiden.

          Die Festnahme sei am Dienstagabend ohne Gegenwehr abgelaufen, sagte Sticher weiter. Der Tatverdächtige habe sich kooperativ verhalten. Gefasst wurde der 50-Jährige demnach in Thalwil im Kanton Zürich – Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Polizei zu ihm geführt. Franz W. sei alleine zu Fuß unterwegs gewesen, sagte Polizeieinsatzleiter Ravi Landolt. Wie der Mann die rund 60 Kilometer vom Tatort bis Thalwil zurücklegte und was er dort wollte, sei noch unklar. Auch zu den weiteren Umständen der Festnahme äußerte Landolt sich nicht.

          Der Tatverdächtige gilt als psychisch auffällig. Die Staatsanwaltschaft habe angeordnet, dass er medizinisch untersucht werden solle, sagte Sticher.

          Längere Zeit war der Mann zunächst in der Nähe des Tatorts bei Schaffhausen in Waldgebieten vermutet worden. Dort soll der Einzelgänger vor der Tat gehaust haben. Der wegen Verstößen gegen Waffengesetze vorbestrafte 50-Jährige war nach Angaben der Polizei am Montag mit laufender Motorsäge in Schaffhausen – unweit der Grenze zu Deutschland - in eine Filiale seiner Krankenkasse gestürmt und hatte dort zwei Mitarbeiter verletzt. Zwei Kunden hätten zudem einen Schock erlitten, ein weiterer Mann sei beim Polizeieinsatz leicht verletzt worden. Auch die deutsche Polizei hatte nach dem Mann am Montag und Dienstag Ausschau gehalten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wirtschaft in Amerika : Trumps Sommer des Missvergnügens

          Signale eines Konjunktureinbruchs in Amerika machen Trump nervös. Die Wirtschaftslage könnte seine Wiederwahl 2020 gefährden. Die Reaktion des Präsidenten zeigt ein bekanntes Muster.

          Johnson in Paris : In Berlin war mehr Esprit

          Beim Besuch von Boris Johnson betont Präsident Macron die Einigkeit Europas – und bekennt sich zu seinem Ruf, in der Brexit-Frage ein Hardliner zu sein. Zugeständnisse will er gegenüber dem Gast aus London nicht machen – erst recht nicht beim Backstop.

          FAZ.NET-Serie Schneller schlau : Kind oder Porsche

          Die Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind deutlich später, im Durchschnitt sind sie mittlerweile älter als dreißig Jahre. Wie aber hängt die Kinderzahl mit dem Bildungsgrad zusammen? Und was kostet ein Kind eigentlich, bis es erwachsen ist?
          Ein Bild von Japans Ministerpräsident Abe wird während einer Demonstration in Südkorea verbrannt.

          Handelskonflikt mit Japan : Südkoreas Angst vor dem Fukushima-Wasser

          Seoul hat Angst vor atomar verseuchter Nahrung aus Fukushima. Deshalb gibt es für Südkoreas Sportler während der Olympischen Spiele in Tokio möglicherweise eine eigene Kantine. Der Konflikt zwischen den Ländern spitzt sich immer weiter zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.