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Keine Geldwäsche-Klage mehr : Ein Schlupfloch für die spanische Infantin

  • -Aktualisiert am

Cristina von Bourbon wird nicht mehr der Geldwäsche beschuldigt. Bild: AFP

Zweier Steuerdelikte wird Cristina von Bourbon zwar weiterhin beschuldigt, doch den Vorwurf der Geldwäsche ist sie los. Dank eines Schlupflochs in der spanischen Justiz.

          Der Gerichtshof der Balearen hat am Freitag entschieden, dass die Infantin Cristina zwar weiterhin zweier Steuerdelikte, aber nicht der Geldwäsche beschuldigt wird. Die Entscheidung darüber, ob sie deswegen auch formell angeklagt oder eine Geldbuße vereinbart wird, liegt nun in der Hand des Ermittlungsrichters José Castro. Das spanische Recht öffnet hier für die Schwester von König Felipe VI. ein Schlupfloch. So kann ein Prozess vermieden werden, wenn weder die Staatsanwaltschaft noch direkt Betroffene, wie in diesem Fall das Finanzministerium, darauf bestehen. Beide hatten keine Vorwürfe gegen die 49 Jahre alte Herzogin von Palma erhoben. Hingegen hatte ihr Ermittlungsrichter Castro Mitwisserschaft bei einem Steuerbetrug ihres Mannes Iñaki Urdangarin in Höhe von mehr als 300.000 Euro unterstellt. Bei dem bevorstehenden Verfahren gegen den ehemaligen Handballstar, dem Missbrauch öffentlicher Mittel in Millionenhöhe vorgeworfen wird, kann sie ihr Recht auf Aussageverweigerung in Anspruch nehmen.

          Cristina von Bourbon erhielt die Nachricht von dem einstimmigen Richterentscheid in Palma am Freitag an ihrem Wohnsitz in Genf. Ihr Bruder empfing derweil an einem, wie es bei Hofe hieß, „normalen Arbeitstag“ den neuen Erzbischof von Madrid zum Antrittsbesuch. Königin Letizia hielt sich zu einer Visite in Portugal auf. Seit dem Wechsel von König Juan Carlos zu seinem Sohn Felipe im Sommer hat der Fall Infantin/Urdangarin merklich an Brisanz verloren. Der neue König ist von den Machenschaften unbelastet und hat inzwischen in der spanischen Öffentlichkeit Ansehen für die Krone zurückgewonnen. Die Monarchie zählt nach den Schwächeanfällen der vergangenen Jahre wieder zu den am meisten geschätzten Institutionen des Landes. Felipe VI. ist intern auch dadurch auf Distanz gegangen, dass er die „Königsfamilie“ auf sechs Mitglieder - das Königspaar, die Töchter und die Eltern - verringerte. Die übrigen Verwandten gehören seitdem zur „Familie des Königs“.

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