https://www.faz.net/-gum-9a91z

Kein dringender Verdacht mehr : Gericht entlässt Angeklagten im Wehrhahn-Prozess aus U-Haft

  • Aktualisiert am

Der 50 Jahre alte Tatverdächtige bleibt nicht länger in U-Haft (Archivbild) Bild: dpa

Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat das Gericht den Haftbefehl gegen den Angeklagten aufgehoben. Die Kammer entschied das nach 25 Prozesstagen.

          1 Min.

          Im Prozess um den Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn hat das Gericht den Haftbefehl gegen den angeklagten 51-Jährigen aufgehoben. Nach der Anhörung von 60 Zeugen und drei Sachverständigen sehe die Kammer keinen dringenden Tatverdacht mehr, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

          Bei dem Bombenanschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen aus einer zwölfköpfigen Gruppe verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um Zuwanderer aus Osteuropa. Die Staatsanwaltschaft hat den 51-Jährigen mit Kontakten zur rechten Szene wegen zwölffacher Mordversuchs aus Fremdenhass angeklagt. Er bestreitet die Tat.

          Noch am Montag hatte die Staatsanwaltschaft in einer Zwischenbilanz argumentiert, der Angeklagte habe sich vor Gericht selbst verraten. Er habe mehrfach Wissen offenbart, dass nur der Täter gehabt habe, hatte Staatsanwalt Ralf Herrenbrück gesagt. Der Angeklagte habe zudem mehrfach nachweislich die Unwahrheit gesagt und sich in Widersprüche verwickelt. Auch die Nebenkläger zeigten sich am Montag von der Schuld des 51-Jährigen überzeugt.

          Das Gericht kam zu einem anderen Schluss und ordnete nun an, den 51-Jährigen aus der Untersuchungshaft zu entlassen. „Aufgrund des vorläufigen Ergebnisses der an bislang 25 Tagen durchgeführten Hauptverhandlung und nach Anhörung von 60 Zeugen und drei Sachverständigen sieht das Gericht keinen dringenden Tatverdacht mehr“, hieß es in der Mitteilung. Unter anderem hätten sich die Angaben mehrerer Zeugen „als nicht hinreichend belastbar erwiesen“.

          Weitere Themen

          Mathematikerin der Nasa gestorben

          „Hidden Figure“ der Raumfahrt : Mathematikerin der Nasa gestorben

          Sie war ein mathematisches Ausnahmetalent und diente als Vorlage für den Film „Hidden Figures“. Die Afroamerikanerin Katherine Johnson arbeitete über 30 Jahre für die Nasa. Nun ist sie im Alter von 101 Jahren verstorben.

          Sieben Todesfälle in Italien

          Coronavirus : Sieben Todesfälle in Italien

          Auf Teneriffa befinden sich rund 1000 Urlauber unter Quarantäne. Ein Besucher aus Italien war positiv auf das Virus getestet worden. Unter den Passagieren der „Diamond Princess“ gibt es einen weiteren Todesfall.

          Topmeldungen

          Unzufriedene Deutsche : Kapitalismus am Pranger

          Die Löhne sind hoch, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, der Sozialstaat wächst. Trotzdem glaubt mehr als jeder zweite Deutsche, dass der Kapitalismus mehr schadet als nutzt. Dahinter steckt nicht nur Gejammer.
          Eine Ära endet: Es gibt in der Union Annegret Kramp-Karrenbauer, Ursula von der Leyen und Angela Merkel, aber insgesamt zu wenig Frauen

          CDU-Vorsitz : Röttgens Frau ohne Namen

          Norbert Röttgen und Friedrich Merz versprechen für den Parteivorsitz noch tollere Teamlösungen als Armin Laschet: mit Frauen! Doch woher nehmen?

          Coronavirus : In Peking bleibt man am besten zu Hause

          In der chinesischen Hauptstadt bestimmt der Kampf gegen das Coronavirus das Alltagsleben: beim Gemüsekauf, beim Spaziergang im Park, in der Apotheke und im Internet. Manche nutzen eine Corona-App als Informationsquelle.

          Soziale Netzwerke : Hass und Fake News nach Attentaten

          Nach einem Angriff wie in Volkmarsen geht es auf Twitter hoch her: Beileidsbekundungen, Spekulationen und Wut. Dabei kommt es oft zu Falschmeldungen, die zu Verschwörungstheorien und Ressentiments führen können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.