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Katholisches Heim in Speyer : Orden reagiert auf Vorwürfe zu Missbrauch

  • Aktualisiert am

Der Dom zu Speyer. Ein heute 63 Jahre alter Mann wurde als Kind in die Obhut von Geistlichen im Bistum Speyer gegeben und jahrelang missbraucht. Bild: ddp

Jahrelang, sagt ein heute 63 Jahre alter Mann, sei er als Kind in einem katholischen Heim misshandelt und sexuell missbraucht worden. Nun reagiert der Frauenorden, der dort tätig war, auf die Vorwürfe.

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          Im Fall des vielfachen Missbrauchs in einem katholischen Kinderheim in Speyer hat der Frauenorden, der damals in der Einrichtung tätig war, auf die Vorwürfe reagiert. An den „schwerwiegenden Missbrauchserfahrungen“ eines Betroffenen zweifle man nicht, mit dieser Vergangenheit gelte es sich auseinanderzusetzen, es gebe „nichts zu beschönigen“, man habe „unbedingten Aufklärungswillen“, heißt es in der Pressemitteilung der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern). Zugleich werden aber viele der Vorwürfe des Manns, der als Kind in der Obhut der Schwestern war, auch als „nicht nachvollziehbar“ dargestellt.

          Der Orden reagierte damit auf Vorwürfe, die durch ein Urteil des Sozialgerichts Darmstadt kürzlich bekanntgeworden waren. Darin wird dem Mann eine Opferentschädigung zugesprochen, seine Darstellung wird für glaubwürdig befunden. Der Mann gab an, der frühere Generalvikar und oberste Jurist des Bistums Speyer, Prälat Rudolf Motzenbäcker, habe ihn vielfach sexuell missbraucht und systematischen den Missbrauch von Kindern in dem Kinderheim in Speyer organisiert. Es habe Sexpartys und Gruppenvergewaltigungen durch Priester gegeben. Die Schwestern hätten die Kinder „hingeschleppt“ und dafür Geld bekommen. Auch sagte der Mann vor Gericht aus, dass ein missbrauchtes Mädchen schwanger geworden und später aufgehängt aufgefunden worden sei. Er glaube nicht an einen Suizid.

          Von dem Frauenorden heißt es nun dazu, der Aufklärung der Vorwürfe seien Grenzen gesetzt, die Akten lägen dem Orden nicht vor. Doch hätte die Staatsanwaltschaft sicherlich bei einem möglichen Mord Ermittlungen eingeleitet. Auch hätten der Schule oder dem Jugendamt die Missbrauchsfälle auffallen müssen. Es sei „nicht fassbar, dass die vorgeworfenen grausamsten Handlungen und ihre Folgen weder von den Schwestern, von Mitarbeitern des Kinderheims noch vom Lehrkörper (...) bemerkt und zur Sprache gebracht worden sein sollen“. Berichte des Betroffenen habe man durch den Missbrauchsbeauftragten der Diözese seit 2011 vorliegen, seitdem suche man nach Hinweisen auf eine Beteiligung von Schwestern. Es gebe dafür jedoch „jenseits der Berichte des Betroffenen bis heute keine Anhaltspunkte“.

          Die Niederbronner Schwestern waren in den sechziger und siebziger Jahren nicht nur in Speyer, sondern auch in einem von der Stadt München getragenen Kinderheim in Oberammergau tätig, auch dort gibt es Missbrauchsvorwürfe. Die Stadt versucht seit 2009, die Aufklärung voranzutreiben. Vom Sozialreferat der Stadt München hieß es dazu kürzlich, der Orden habe in der Vergangenheit „leider nicht“ aktiv an einer Aufarbeitung mitgewirkt.

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