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Katastrophe in Duisburg : Loveparade-Prozess beginnt am 8. Dezember

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Tausende Loveparade-Teilnehmer drängen sich im Juli 2010 in und vor dem Tunnel in Duisburg, in dem sich eine Massenpanik ereignet hat. Bild: dpa

21 Menschen starben 2010 bei dem Technofest. Erst sollte es nicht zum Hauptverfahren kommen. Jetzt steht fest, wann es losgeht – und dass es lange dauern wird. 22 Termine sind schon angesetzt.

          Der Strafprozess um die Loveparade-Katastrophe von Duisburg beginnt am 8. Dezember. Dies teilte das Landgericht Duisburg am Dienstag mit. Verhandelt wird im Congress Center Düsseldorf. Bis Mitte Februar bestimmte die Kammer zunächst weitere 22 Termine, zumeist an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Alle Verhandlungen sollen um 9.30 Uhr beginnen.

          Bei dem Technofestival waren am 24. Juli 2010 an einer Engstelle 21 Menschen im Gedränge tödlich verletzt worden, mindestens 652 wurden verletzt. Das Landgericht Duisburg hatte zunächst die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, dass schlechte Aussichten bestünden, die Vorwürfe gegen die zehn Angeklagten in der Hauptverhandlung nachzuweisen.

          Diese Entscheidung hatte das Oberlandesgericht Düsseldorf im April aufgehoben. Es hält eine Verurteilung der zehn Angeklagten für „hinreichend wahrscheinlich“. Denn die Ermittlungen legten nahe, dass das Ein- und Ausgangsystem zum Love-Parade-Gelände auf dem ehemaligen Duisburger Güterbahnhof zu klein dimensioniert war, die mangelnde Durchflusskapazität also planerisch angelegt gewesen sei und „vorhersehbar zur Katastrophe geführt“ habe.

          Angeklagt sind sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Die Todesopfer kamen aus Deutschland, China, Australien, Spanien, Italien und den Niederlanden.

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