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Vorwurf der Vergewaltigung : Staatsanwaltschaft entscheidet bald über Anklage gegen Karl Dall

  • Aktualisiert am

Karl Dall: Täter oder Opfer? Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft Zürich hat ihre Ermittlungen gegen Karl Dall abgeschlossen. Anders als zunächst berichtet, will sie erst noch entscheiden, ob es zur Anklage kommt. Eine Schweizer Journalistin wirft dem Komiker Vergewaltigung vor.

          Die Staatsanwaltschaft Zürich hat nach Vergewaltigungsvorwürfen ihre Ermittlungen gegen den Komiker Karl Dall abgeschlossen. Seit vergangenem Donnerstag läuft der Behörde zufolge eine Zehn-Tages-Frist, in der die Parteien Zeit haben, weitere Beweise anzuführen. Danach will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie Anklage gegen Dall erhebt. Aufgrund zahlreicher Formalitäten könnte das aber zwei weitere Wochen dauern.

          Die Vorwürfe gegen Karl Dall sind schon länger bekannt, auch, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen hatte. Eine Schweizer Journalistin wirft Dall vor, sie im September vergangenen Jahres in einem Hotel in Zürich vergewaltigt zu haben. Zwei Monate später erstattete sie Anzeige. Anfang November wurde der Entertainer dann laut Anklagebehörde nach einer Vorstellung in St. Gallen von der Polizei festgenommen. Er habe vier Tage in Zürich in Untersuchungshaft gesessen, sei verhört worden und dann frei gekommen.

          Dall bestreitet die Tat. Schon nach Bekanntwerden der Vorwürfe gab sein Anwalt an, auf Drängen der Frau seien die beiden auf das Hotel-Zimmer gegangen – zu sexuellen Handlungen sei es aber nicht gekommen. „Die Dame war sehr offensiv, aber Herr Dall wollte den Avancen nur ein Ende bereiten.“

          „terrormäßiges Stalking“

          Dall selbst hatte damals in einer schriftlichen Stellungnahme, die unter anderem in der „Bild“ veröffentlicht wurde, die Journalistin der Lüge bezichtigt. „Eine freie Schweizer Journalistin versuchte, einen beruflichen Kontakt mit mir zu benutzen, sich in mein Leben einzuschleichen und finanzielle Vorteile daraus zu erlangen“, heißt es darin. „Als ihr Vorhaben scheiterte, erhob sie den Vorwurf einer Vergewaltigung. Sie begann mich und meine Familie zu belästigen und finanzielle Forderungen zu stellen.“

          Dall zufolge hat die Frau hohe Schulden, ist spielsüchtig und hat schon einen anderen Prominenten „terrormäßig“ gestalkt. Die Stellungnahme schließt mit den Worten: „Ich bin zutiefst traurig über diese Ereignisse und fühle mich in meinem Zutrauen missbraucht. Möge dieser Albtraum möglichst bald vorüber sein.“

          Der Komiker Karl Dall zählt seit den siebziger Jahren zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands. In Sendungen wie „Dall-As“ (1985-1991) oder „Jux und Dallerei“ (1992-1994) provozierte Dall als großklappiger und manchmal auch gemeiner Gastgeber. Dall ist seit 1971 mit seiner Frau Barbara verheiratet, er hat eine Tochter und eine Enkelin.

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