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Kampf gegen Missbrauch : Vom Pilotprojekt zur Dauereinrichtung

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Eine Kriminaloberkommissarin sitzt vor einem Auswertungscomputer bei Ermittlungen gegen Kinderpornografie: „Fast jede Tat hat eine Verknüpfung in das Digi­tale.“ Bild: dpa

Innerhalb von 15 Monaten hat eine Taskforce in Nordrhein-Westfalen im Kampf gegen Kindesmissbrauch 3800 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Erfolg zeige, dass es sich nicht um Nischenkriminalität handele, so Justizminister Biesenbach.

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          Im Kampf ge­gen sogenannten netzkonnexen Kindesmissbrauch hat eine bei der Zen­tral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC) der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelte Taskforce seit ihrer Gründung vor 15 Monaten schon 3800 Ermittlungsverfahren mit 4150 Beschul­digten eingeleitet. Der Erfolg mache abermals deutlich, dass es sich nicht um Nischenkriminalität handele, sagte der nordrhein-westfälische Justizminister Peter Biesenbach (CDU).

          Die ZAC, die in NRW auch für die strafrechtliche Aufarbeitung von kom­plexen Hacking-Szenarien, Rauschgift- und Waffenhandel im Darknet sowie digitaler Hasskriminalität zuständig ist, habe sich mit ihrer Taskforce als „kraftstrotzende Herzkammer der Strafverfolgung bei se­xuellem Kindesmissbrauch und der Verbreitung von Kinderpornographie in den digitalen Medien“ bewährt. Deshalb werde sie nun von einem Pilotprojekt zu einer Dauereinrichtung erhoben, so der Minister.

          Die Einheit besteht aus acht Staatsanwälten. Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt sei es in Nordrhein-Westfalen gelungen, eine effektive Er­mittlungsinfrastruktur aufzu­bau­en, um den Tausenden Hinweisen nachzugehen, die Jahr für Jahr bei den Behörden eingehen. Die umfassende Digitalisierung des gesellschaftlichen und sozialen Lebens werde von Pä­dokriminellen genutzt. „Fast jede Tat hat eine Verknüpfung in das Digi­tale. Täter kommunizieren im Internet über begangenen oder geplanten Missbrauch, sie tauschen Missbrauchsdarstellungen, ermuntern sich gegenseitig“, sagte Biesenbach. „Es haben sich ganze Online-Communitys herausgebildet, die ­aus­schließlich Kindesmissbrauch und kinderpornographisches Material zum Inhalt haben.“ Manche einschlägig kriminelle Plattform verzeichne sechsstellige Nutzerzahlen.

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