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Kampf gegen Kindesmissbrauch : Härtere Strafen allein reichen nicht

Der Missbrauchsfall Lügde sorgte im vergangenen Jahr für Entsetzen. (Archivbild) Bild: dpa

Um die Täter länger einzusperren, muss man ihrer erst mal habhaft werden. Dabei wäre die Speicherung von IP-Adressen hilfreich – aber wem es wirklich ernst ist, der muss Geld in die Hand nehmen.

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          „Abscheulichen Dreck“ hat der Polizeipräsident von Münster die Taten der Vergewaltiger genannt. Umschreibungen wie diese für die Quälereien von Münster, Lügde, Bergisch-Gladbach, Würzburg oder Staufen sind der verzweifelte Versuch, monströse Praktiken an Kindern in halbwegs angemessene Worte zu fassen. In Anklageschriften, in denen die Vergewaltigungsvideos wiedergegeben werden, steht dazu dann oft: „Kind wimmert.“ Oder: „Junge versucht, Kopf wegzudrehen.“

          Nach jedem spektakulären Fall ist die Empörung groß. Während sie bald wieder nachlässt, gärt der „Dreck“ weiter. Im Netz und direkt vor der eigenen Tür, in der Nachbarwohnung, im Sportverein, im Bekanntenkreis. Denn Pädokriminelle gibt es in allen Schichten und Altersgruppen. Die Täter sind Pfarrer, Politiker, Lehrer, Kinderärzte, IT-Spezialisten, Judotrainer und so weiter. Manche sind pädophil nach psychiatrischer Diagnose, manche missbrauchen Kinder aus anderen Beweggründen: Machtgier, Sadismus, im Alkoholrausch, weil der Tabubruch reizt oder der kleine Neffe einfach immer verfügbar ist. Meistens sind es Männer, aber auch Frauen liefern Kinder den Gelüsten ihrer Partner aus und tun hinterher so, als hätten sie nichts gewusst.

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