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In Kalifornien : Eine Tote und mehrere Verletzte bei Schüssen in Synagoge

  • Aktualisiert am

Nach Schüssen in Synagoge in Poway in Kalifornien hat die Polizei das Gotteshaus abgesperrt. Bild: AP

Nach Schüssen in einer kalifornischen Synagoge ist eine Frau gestorben. Mehrere Personen sind verletzt, ein Verdächtiger ist festgenommen worden.

          Bei einem Angriff auf eine Synagoge im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien am letzten Tag des jüdischen Pessachfestes ist nach offizieller Behörden mindestens eine Frau getötet worden. Das sagte der Bürgermeister der 50.000-Einwohner-Stadt Poway, Steve Vaus, dem Sender „CNN“. Es habe sich um ein „Hassverbrechen“ gehandelt. Der mutmaßliche Schütze sei am Samstag festgenommen worden. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, bei dem Angriff in der Chabad-Synagoge in Poway nördlich der Stadt San Diego seien mehrere Menschen verletzt worden.

          Bürgermeister Vaus sagte, er gehe davon aus, dass der Angreifer gezielt eine Synagoge ins Visier genommen habe. „Ich habe gehört, dass es definitiv jemand mit Hass in seinem Herzen war, Hass auf unsere jüdische Gemeinschaft.“

          Der Sheriff im San Diego County teilte auf Twitter mit, Polizisten seien um kurz vor 11.30 Uhr (Ortszeit/20.30 Uhr MESZ) zu dem Gotteshaus in Poway gerufen worden. In der Synagoge der orthodoxen Chabad-Bewegung sollte einer Ankündigung des Gotteshauses zufolge seit dem Samstagvormittag das jüdische Pessachfest begangen werden, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei erinnert. Die einwöchigen Feierlichkeiten sollten am Samstagabend mit einem Essen beendet werden.

          Exakt sechs Monate nach Attentat in Pittsburgh

          Präsident Donald Trump sprach den Opfern sein Mitgefühl aus. Die Tat sehe nach einem Hassverbrechen aus, erklärte auch er. Das Außenministerium in Jerusalem teilte ebenfalls mit, es habe mehrere Verletzte gegeben. Das Konsulat in Los Angeles prüfe, ob Israelis betroffen seien. Der lokale Sender „KGTV“ berichtete, der Rabbi, der den Gottesdienst abgehalten habe, sei unter den Verletzten.

          Exakt vor sechs Monaten hatte ein Rechtsradikaler in der „Tree of Life“-Synagoge in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania elf Menschen erschossen. Nach den Worten von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu handelte es sich um das folgenschwerste antisemitische Verbrechen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Dem Täter wird derzeit der Prozess gemacht. Bei der Terrorserie im indischen Mumbai war 2008 auch das örtliche Chabad-Haus angegriffen worden, sechs Menschen wurden getötet.

          Kameraleute filmen die abgesperrte Synagoge von Poway.

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